| Endspurt für das Projekt Michaelis 2010 |
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Von allen Glückwünschen zu 1000 Jahren Michaeliskirche wird dies der Ungewöhnlichste: Das Josephinum verbindet mit einer 600 Meter langen Stoffbahn Michaeliskirche und Dom. Bundespräsident Horst Köhler, Bischof Norbert Trelle, Landesbischöfin Margot Käßmann, Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann, Oberbürgermeister Kurt Machens und viele weitere Ehrengäste werden dabei sein, wenn am Freitag das Stoffband, das die beiden Weltkulturerbe-Stätten symbolisch und ökumenisch verbinden soll, zur Eröffnung des Jubiläumsjahres entrollt wird.
Alle Klassen und Kurse haben an dem Projekt mitgewirkt und die Stoffbahnen mit historischen Motiven unterschiedlichster Art bemalt. Nach den langen Wochen der Vorbereitung fiebern sie jetzt dem Großereignis entgegen, an dem alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen werden. Wie sehen die Stoffbahnen für das Projekt Michaelis 2010 „1000 Jahre aufgerollt“ aus? Sind sie schon zusammengenäht? Haben wir genug Stoff bemalt? Welche Aufgaben stehen nun für die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs an? Wer steht wo und wer kümmert sich worum? Diese Fragen beschäftigen im Moment vor allem die 16 Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs Michaelis 2010. Tabellen, Listen und Stundenpläne wurden ausgewertet, um zu planen, welche Klasse und welcher Kurs an welchem Ort das Stoffband halten wird. Dr. Sabine Schreiner, die Leiterin des Projekts, hofft, dass der „Auszug der 1000 aus dem Josephinum" am Freitag klappen wird. "Die Bilder und Texte sind wunderbar geworden und werden die Betrachter erfreuen", ist sich die Kunstlehrerin sicher. "Besonders spannend ist, wie vielfältig die Auseinandersetzung mit dem Jubiläumsjahr in den einzelnen Klassen war. Die Ergebnisse sprechen für sich." Über den Verlauf der Jubiläumseröffung und insbesondere das Projekt wird "Hildesheim-TV" einen Film drehen. Möglich geworden ist das durch die BürgerStiftung Hildesheim, die das Projekt auf diese Weise fördern wird. HAZ vom 15.01.2009(Zum Vergrößern auf Bild klicken) Alle Artikel zum Projekt (siehe unten) ... Alle Fotos zum Projekt in der Galerie ... Stoffrollen im Schnee Das Organisationsteam, das das spektakuläre Michaelis-Projekt steuert, hat in den vergangenen Wochen hart gearbeitet. Dabei mussten sich die Schülerinnen und Schüler um Teamleiterin Dr. Sabine Schreiner auch mit der kniffligen Frage auseinandersetzen, wie man eine 600m lange Stoffbahn aufbewahrt und transportiert. Herausgekommen sind fünf Stoffrollen, die auf fünf Rollwagen aufgewickelt sind. Vor Ort - also auf dem Weg zwischen Dom und Michaeliskirche werden die Enden zusammengeklettet! Michaelis 2010: Jetzt kann aufgerollt werden ... Alle Klassen und Kurse des Josephinums haben in den vergangenen Wochen und Monaten fleißig an der Stoffbahn, die Dom und Michaelis-Kirche verbinden soll, gearbeitet. Jetzt ist in der Werkstatt von Peter Schmitz ein Gestell gebaut worden, das die riesige Rolle tragen wird. VON VIOLA FISCHER Während der Projektwoche begab sich ein Teil der Vorbereitungsgruppe in die Werkstatt des Diplom-Designers Peter Schmitz, um dort das Gestell, das in Zukunft die Rolle tragen und ausstellen soll, zu bauen. Tatkräftige Unterstützung leisteten dabei Kunstlehrer Herbert Nitsche, zwei freiwillige Helfern aus dem Abschlussjahrgang und die hilfsbereite Mannschaft des Betriebs.
Der Plan, ein Gestell zu bauen, das die Stoffrolle vor dem Hintergrund der Kirchenkulisse beherbergen und darstellen soll, wurde in drei Tagen unter Einsatz vereinter körperlicher Kräfte verwirklicht. Während sich zuerst ein Teil der Gruppe unter der Leitung von Herrn Nitsche daran machte, die Eisenstangen, die später als Drehräder fungieren sollen, zu Metallschnecken zu biegen, begann der andere damit, die Kulisse mit Kreide auf das Blech zu zeichnen. Somit waren beide Gruppen mit ersten Schwierigkeiten konfrontiert. Wie lässt sich etwas maßstabsgetreu darstellen, wenn man mathematisch nicht gerade eine Leuchte ist? Wie bewerkstelligt man es, dass die Michaelis-Kirche deutlich zu erkennen ist? Improvisationsgeschick war gefragt. Dabei stellte es sich als großes Glück heraus, dass sich Kreide auch beim 20. Versuch problemlos entfernen lässt, um es daraufhin erneut zu probieren. Als die Vorskizze dann endlich gelungen war, ging es nach draußen zum Plasmaschneider, dem zunächst mit viel Respekt entgegengetreten wurde, der sich aber bereits nach kurzer Zeit als beliebtes Werkzeug in der Schülergruppe etabliert hatte. Gemeinsam wurde die vorskizzierte Silhouette Strich für Strich in das Metall geschnitten, und nach kurzem Bangen, ob die Darstellung am Ende überhaupt gelingen würde, zeichneten sich erste Merkmale der Kirche ab. Nachdem auch das recht knifflige Ausschneiden der Fenster gemeistert war, ging es ans Zusammenbauen der bereits vorher zugeschnittenen Rohre, die schließlich ein fertiges Gestell bildeten. Dieses wurde zum Schluss lackiert und musste sich dann der kritischen Begutachtung aller stellen. Das Resultat wurde schließlich von allen abgesegnet, nicht ohne ein wenig Stolz, dieses in nur drei Tagen eigenhändig erarbeitet zu haben. Projektgruppe bringt Fachwerk auf den Stoff VON CHRISTINA RENGER Im Rahmen der Projektwoche übernahm ein Teil des Vorbereitungsteams eine Gruppe, die sich mit dem Thema „Fachwerkhäuser“ auseinandersetzte. Die Herausforderung Projektwoche 2009 ließ uns an unsere persönlichen Grenzen stoßen. Die Aufgabe unserer Gruppe bestand darin, Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter auf der Stoffbahn des Projekts „Michaelis 2010 –1000 Jahre aufgerollt“ zu verewigen. Um ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb unserer Gruppe zu schaffen, begannen wir jeden Tag mit einem gemeinsamen Frühstück und einem Arbeitsplan. Anschließend machten wir einen Rundgang durch die historische Altstadt Hildesheims, um einen ersten Eindruck der Konstruktion von Fachwerkhäusern zu erlangen. An besonders eindrucksvollen Orten machten wir Halt, um Skizzen für die Gestaltung des Stoffes anzufertigen. Wieder im Werkraum angekommen, gestalteten wir die Fachwerkhäuser aus und malten sie auf die Stoffbahn. Durch die ungewohnte Arbeit mit Kindern dieser Altersgruppe konnten wir unsere organisatorischen Fähigkeiten erweitern und lohnende, neue Erfahrungen sammeln. Frau Buerstedde stand uns stets zur Seite und bot uns Hilfestellung bei dem Anleiten der Kinder. Insgesamt hat uns diese Projektwoche viel Freude bereitet und wir sind froh, dass wir mit unserer Gruppe nun Teil des Projekts „Michaelis 2010“ sind.
HAZ vom 16.12.2009: Am 15. Januar wollen Josphiner ihre Schule und die Michaeliskirche mit einer überlangen Stoffbahn verbinden. Nur noch wenige Schultage bleiben, bis alles fertig sein muss. Heute berichten die Schüler vom Fortgang des Projekts. Latein und nackte Beine Am Josephinum wächst die Mega-Stoffbahn zum Michaelis-Jubiläum / Schulleiter färbt seine Füße Hildesheim. Eine 600 Meter lange Stoffbahn soll beim Jubiläum der Michaeliskirche das evangelische Gotteshaus mit dem katholischen Gymnasium Josephinum verbinden (diese Zeitung berichtete). Alle 1000 Schüler werden darauf etwas zur Geschichte der beiden Kirchen und von Bischof Bernward malen, schreiben oder drucken. Vom Fortgang des Projekts berichten Schüler des 13. Jahrgangs, die das Projekt im Seminarfach vorantreiben: „So was hat man ja nicht oft, so ein 1000-jähriges Jubiläum“, meint der 14-jährige Leon. Das findet auch Benno Haunhorst, Schuldirektor des Josephinums. Zusammen mit den Schülern der 9f1 und deren Lehrer Peter Franke hat er sich die Füße bunt angemalt und läuft nun über eine 25 m lange Stoffbahn. Die Fußabdrücke sollen den Lebensweg Bernwards darstellen. In bestimmten Abständen malen oder schreiben die Schüler Stationen seines Lebens auf den Stoff.
Alle Beteiligten sind von der Idee des Projektes und vor allem der Umsetzung begeistert. Schließlich ist das etwas ganz anderes als normaler Unterricht. „Fußabdrücke sind zudem etwas sehr persönliches, sie sind einzigartig wie Fingerabdrücke“, erklärt Haunhorst. Er freut sich, dass die Schüler so viel Engagement zeigen, gerade weil Bernward früher selber Schüler am Josephinum war. Mindestens genauso engagiert zeigen sich die Schüler der 10g1. Sie schreiben die „Vita Bernwardi“, also die Lebensgeschichte Bernwards auf den Stoff. Zuvor haben sie die Texte im Lateinunterricht übersetzt. Um das Ganze zusätzlich zu verzieren, malen sie in bunten Farben mittelalterliche Ornamente unter den Text. Mittendrin sitzt Weihbischof Hans-Georg Koitz und unterhält sich mit den Schülern. Erstaunt stellt er fest: „Das ist ja gar kein totes Übersetzen, wie ich es noch aus meiner Jugend kenne.“ Auch auf eine Zeit als Lehrer kann Koitz zurückblicken: Am Josephinum unterrichtete er früher Religion. Auch die Schüler haben Spaß an der kreativen Darstellung ihrer Übersetzungen. Alle sind überrascht, wie locker Koitz sich verhält. Zur Begrüßung der Lehrerin Roswitha Czimmek frischt er seine Lateinkenntnisse auf und begrüßt sie auf Latein – zur allgemeinen Erheiterung. Die entspannte Atmosphäre hält, während der Weihbischof von seiner Jugend und seiner Zeit als Lehrer am Josephinum erzählt. Dabei vergisst er beinahe den eigentlichen Grund, warum er heute hergekommen ist: Auch er schreibt einen Teil der „Vita Bernwardi“ auf den Stoff und unterstützt so die ganze Aktion. ILONA JANOSCH, MARIA HAUNHORST, LUKAS SCHRADER Die heiße Phase hat begonnen Nachdem bereits 400m der Stoffbahn bemalt wurden, geht es nun in den Endspurt! In der Projektwoche vom 14. – 16. Dezember 2009 beschäftigen sich rund 25 Schülerinnen und Schüler aus der Mittelstufe mit der kreativen Gestaltung der letzten Meter. In drei Kleingruppen setzen sie sich mit Fachwerkgebäuden, Rainald von Dassel und unterschiedlichen geschichtlichen Ereignissen auseinander.
Presseteam des Projekts
Michaelis 2010 - alle machen mit ...
Interview mit Dr. Sabine Schreiner, Projektleiterin Sind Sie mit der Umsetzung des Projektes zufrieden? Ja, ich bin mit der Umsetzung des Projektes zufrieden. Es ist schön, dass sich alles so schön entwickelt hat. Schön, dass sich die vielen Vorstellungen im Stoff manifestiert haben. Wie gefällt Ihnen die inhaltliche Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler?Ich finde, dass sich die Seminarfachgruppe sehr toll entwickelt hat. Es ist keine Selbstverständlichkeit, sich auf so eine außergewöhnliche Sache einzulassen. Bei vielen haben sich Qualitäten entwickelt, die ich nicht kannte, sie wahrscheinlich aber auch selbst nicht kannten. Meine Schüler haben qualitätsmäßig sehr schöne Werke abgeliefert und haben das Gefühl, mitgewirkt zu haben. Ich hoffe, dass möglichst viele Schüler am 15. Januar mit am Band stehen und die Verbindung von Domschule und Michaelishügel sichtbar machen. Ich hoffe, dass sie sich als Teil der Geschichte der beiden Weltkulturstätten erleben. Ohne das Gefühl für die geschichtliche Kontinuität ist es schwer, eine Zukunft zu bauen. Schön ist, dass die Kollegen des Josephinums das Projekt trotz hoher Arbeitsbelastung mitgetragen haben und dass Herr Haunhorst es in jeder Phase von ganzen Herzen unterstützt hat. Wo sehen Sie noch Probleme? Gibt es zeitliche Engpässe?Die nächste Problematik ist die Reihenfolge der einzelnen Bilddarstellung festzulegen und zusammenzunähen. Wir hoffen, dass wir das ohne großartige Engpässe schaffen, aber das weiß ich nicht. Wie gefallen Ihnen die Resultate?Die Resultate gefallen mir sehr gut, besonders in ihrer Vielseitigkeit. Ich bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Ich finde es äußerst vergnüglich, was jede Klasse erarbeitet hat. Es gibt Darstellung mittelalterlicher Ingenieurkunst, es finden sich Bilder mittelalterlicher Heilpflanzen, die Vita Bernwadis wurde aus dem Lateinischen übersetzt und das Leben Bernwards kann man auf Englisch nachlesen. Die Zugänge zum Thema waren sehr unterschiedlich und das empfinde ich als Gewinn dieses Projektes. Wie sieht die Zusammenarbeit mit externen Partnern aus?Die Zusammenarbeit mit externen Partnern ist konstruktiv und punktgenau auf die Bedürfnisse unserer Lerngruppe abgestimmt. Gewinnen konnten wir die Partner durch persönliche Kontakte und traditionell gefestigte Beziehungen des Josephinums zu Partnern aus Kirche und Stadt. Zum Beispiel der Herr Thomas Scharf-Wrede. Er ist Leiter des Bistumsarchivs. Er öffnete uns seinen Lesesaal und bereitete mit uns die Projektwoche thematisch vor. Nach einer Führung durch das Archiv half er den Schülern die sie interessierenden Themengebiete zu erarbeiten und sorgte für passendes Bildmaterial. Oder z.B. Frau Dr. Höhl. Sie führte uns durch die Ausstellung Albani Psalter und erläuterte die Kunst der mittelalterlichen Buchmalerei. Ist alles so geworden, wie Sie es sich vorgestellt haben? Nein. Die Wirklichkeit ist eigene Wege gegangen. Auch deshalb, weil es sehr schwierig war, sich solch ein großes Projekt fertig vorzustellen. Die Schüler des Seminarfachs haben viele Entscheidungen getroffen, die den Verlauf des Projektes maßgeblich beeinflusst haben. Interview mit Schülerinnen und Schülern, die in der Projektwoche für das Michaelis-Projekt gearbeitet haben
Julia Meyer, 13 Mir macht das Projekt Spaß, da wir ein tolles Team sind und weil alle gut drauf sind. Mir macht es am meisten Spaß, die Farben zu mischen. Ich schreibe den Text zu den Bildern und helfe den anderen ein bisschen.
Larissa Waschkewitz, 11 Ich habe Reinald von Dassel gemalt, als er in Paris studierte und als er Erzbischof von Köln war. Ich male mit Bleistift vor und dann mit Acrylfarbe an. Ich mag dieses Projekt, weil wir eine sehr kleine gemütliche Gruppe sind und weil wir nur Mädchen sind und weil meine besten Freundinnen dabei isnd. Ich finde auch cool, dass wir morgens Frühstücken, weil ich zu Hause keine Zeit dafür habe.
Charlotte Gieseke, 12 Wir malen das Leben von Rainald von Dassel. Wir zeichnen alles mühsam mit Bleistift vor, malen dann die Konturen mit schwarzen Eddings vor und dann mit Textmarkern, Edding und Acrylfarbe an. Wir sind eine kleine Gruppe, haben viel Spaß und unterhalten uns. Am meisten Spaß macht das Mischen von Acrylfarben, das oft in einem riesigen Chaos endet.
Anna Matthews, 11 Ich male die Schulzeit von Rainald von Dassel und wo er Mailand zerstört, Diese Szenen aus seinem Leben male ich mit Acrylfarbe aus. Mir macht am meisten das Mischen der Farben Spaß.
Charlotte Blecker, 11 Ich male die Johannesbrücke, den Kölner Dom und die drei Könige. Diese Sachen male ich mit Acrylfarben und Edding. Am meisten gefällt mir, dass wir Realität mit Fantasie verbinden und was malen. Wir dürfen malen, wie wir wollen, auch wenn es etwas anders war.
Lioba Melen Geier, 10 Wir malen von Rainald eine Szene, wo er die Hl. drei Könige nach Köln bringt. Wir malen mit Acrylfarben. Mir gefällt, dass wir Frühstück machen. Das malen macht sehr viel Spaß und das Schauspiel von den Playmobilfiguren.
Berichte aus der Projektwoche (14. bis 16. Dezember) Rainald von Dassel Wir haben Bilder zu der Lebensgeschichte von Rainald von Dassel gemalt. Rainald war Schüler der Domschule in Hildesheim und vervollständigte seine Ausbildung in Paris. Danach ging er nach Hildesheim zurück und wurde Probst des Domkapitels. Rainald war wegen seiner Redekunst berühmt und so machte König Barbarossa (Friedrich I.) ihn zu seinem Kanzler, gleichzeitig bestimmte er ihn auch zum Erzbischof von Köln. Als König Barbarossa nach Italien zog, um seine Macht dort zu festigen, war Rainald einer seiner sieben Heerführer. Er unterwarf etliche Städte in Norditalien und legte Mailand in Schutt und Asche. Noch nach seinem Zeit in Hildesheim stiftete er für die Stadt eine steinerne Brücke (Johannesbrücke) und das Johannes – Hospital. Von den besiegten Mailändern erhielt Rainald die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Rainald zog mit den Marmorsärgen und den Gebeinen der Heiligen Drei Könige nach Köln. Durch das Geschenk so kostbarer Reliquien wurde Köln zu einer der wichtigsten Pilgerstätten und somit Handelsstadt und Weltstadt. Rainald nahm auch drei Finger von den Heiligen Drei Könige und schenkte sie dem Dom zu Hildesheim. Heute sieht man die Reliquienmonstranz im Dommuseum. Ein kleines Denkmal von Rainald von Dassel steht am Kalenberger Graben, wo Rainald auf die Johannesbrücke schaut. Das Hospital im Bereich Dammstraße 24 ist nicht mehr vorhanden. Lore Link Viele Farbkleckse, viel Abdeckfolie, viele Eddings und ganz viel gute Laune stehen in unserer Projektgruppe stets auf der Tagesordnung.Gemeinsam mit Frau Lore Link, externe Partnerin des Projekts, beschäftigen wir uns in dieser Woche mit der historischen Figur „Rainald von Dassel“. Als Hildesheimer um 1150 erbaute er das Johannes-Hospiz und eine dazugehörige Steinbrücke über die Innerste. Während seiner politischen Karriere als Reichskanzler Barbarossas brachte er sogar Reliquien der Heiligen Drei Könige in seine Heimatstadt. Unsere Gruppe besteht aus sechs Schülerinnen der 5. und 6. Klasse, die allesamt sehr kreativ und mit erstaunlich viel Euphorie Tag für Tag über fünf Meter Stoff mit der Biografie Rainalds ausgestalten. Ich persönlich habe nicht erwartet, dass wir so schnell vorankommen. Um den Schülern die politischen Zusammenhänge besser vor Augen zu führen, wurde dieses recht trockene Thema in eine Art Miniaturtheater verpackt. Playmobilfiguren ritten für uns nach Mailand und Rom, oder erklärten „Giovanni“ (eine der Figuren, der für gewöhnlich Eiswaffeln verkauft) zum neuen Papst. Bevor es an die Arbeit geht, wird sich mit einem gemeinsamen Frühstück gestärkt, bei dem es uns, dank Frau Link, nie an selbstgemachter Marmelade mangelt. Für den kleinen Hunger zwischendurch darf eine Exkursion zum Supermarkt nicht fehlen, denn wie oft höre ich die Frage: „Wann holen wir Kekse?“ Die Schülerinnen sind ein wirklich tolles Team und pausenlos am Malen. Morgen wird zum Abschluss des Projekts noch ein Spaziergang zum alten Johannes – Hospiz unternommen und feierlich unsere Stoffbahn fotografiert, die unser kleiner Beitrag zu der 600m langen Stoffbahn ist. Drei Projekttage mögen nicht lang sein, doch nehmen wir alle eine große Erfahrung mit: Wir haben gemeinsam etwas gestaltet! Laura Nentwig
Josephiner malen für St. Michael
Da ist sich auch die Hildesheimer Allgemeine Zeitung sicher; von allen Glückwünschen zu 1000 Jahren Michaeliskirche wird dies der ungewöhnlichste: Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum bemalt eine 600 Meter lange Stoffbahn mit historischen Motiven. Die Klasse 6d hat angefangen und spekuliert auf Schwarz-Weiß-Bildern darüber, was wohl unter dem Michaelishügel liegt. Wenn Mitte Januar der Bundespräsident Horst Köhler zum Jubiläum kommt, soll die Stoffbahn ihre Schule quer durch die Stadt mit der Kirche verbinden. Foto: Gossmann (HAZ)
"Kinder zum Olymp": Projekt Michaelis 2010 ist dabei!
Zum 6. Mal ruft die Kulturstiftung der Länder zu einem ganz besonderen Wettbewerb auf: Um Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, tiefere Einblicke in Kultur und Kunst zu erhalten, treten Lehrer und Schüler in Kooperation und entwickeln gemeinsam innovative Projekte aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur und Kulturgeschichte, Fotografie und neue Medien, Literatur, Musiktheater, Musik, Tanz und Theater. Die Josephiner beteiligen sich im Bereich "Kulturgeschichte". Der Gewinner bekommt ein Preisgeld von 5.000 Euro und hat außerdem, wie auch alle anderen Teilnehmer, die Chance, zur Schule mit dem überzeugendsten Kulturprofil gewählt zu werden. Das Projektteam um Kunstlehrerin Dr. Sabine Schreiner hofft, dass die Teilnahme an diesem Wettbewerb ebenso erfolgreich verläuft wie beim Erfolg mit dem Projekt „Mensch Maria“ im Jahr 2006. Der Jahreskalender 2010 ist erschienen
Anlass für die Wahl des Themas war das Jubiläumsjahr der Michaeliskirche. Die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, die unter Anleitung der Kunstlehrer den Kalender gestaltet haben, befassen sich in ihren Bildern aber mit beiden Stätten des Hildesheimer Weltkulturerbes, dem Dom und der Michaeliskirche. Sie haben sich dem Thema auf unterschiedliche Weise genähert, naiv oder frech, realistisch oder verfremdend - immer aber in der Absicht, sich mit dem alten Weltkulturerbe aus heutiger Sicht auseinanderzusetzen. Wie in den zurückliegenden Jahren trägt der Lions Club Hildesheim-Marienburg die Herstellungskosten des Kalenders, das Druckhaus Köhler aus Harsum fördert großzügig die Produktion.
HAZ vom 7.1.2009: Eine Riesen-Stoffbahn erzählt Geschichte 1000 Schüler malen zu 1000 Jahren St. Michael / Die ersten Klassen sind fertig / Menschenkette zur Jubiläumsfeier
Hildesheim (hei). Frühmorgens, im Werkraum am Hückedahl: An langen Werkbänken sitzen Sechsklässler, vor sich eine lange weiße Stoffbahn. Jeder hat einen dicken schwarzen Stift in der Hand und bemalt einen 30 Zentimeter breiten Abschnitt. Die Grundidee der Bilder ist gleich: Oben, auf dem Hügel, die Michaeliskirche. Darunter viele, viele Erdschichten, in denen die Vergangenheit ruht. Knochen, Scherben, Pfeil und Bogen. Oder liegt dort tief unter der Kirche eine Tropfsteinhöhle? So malt es Andreas Metternich. Steffen Ryll hat gar ein ganzes Saurierskelett untergebracht. Umgeben von Farben und Pinseln arbeitet die Klasse 6d auf ein großes Ziel hin: Am 15. Januar, wenn der Bundespräsident St. Michael besucht, wollen die Josephiner eine 600 Meter lange Menschenkette bilden, von ihrer katholischen Schule hinauf bis zur Pforte des evangelischen Gotteshauses. Über die gesamte Strecke wollen sie eine Stoffbahn entrollen, auf der sich dicht an dicht Bilder reihen. Jeder der 1000 Schüler malt mit, jeder setzt sich mit den 1000 Jahren auseinander, die die Kirche bereits besteht. „1000 Jahre aufgerollt. Josephiner auf Bernwards Spuren“ heißt das Projekt, das die Hildesheimer Allgemeine als Medienpartner begleitet. Der mittelalterliche Bischof Bernward ist bei dem ganzen Projekt das Bindeglied. Der Gründer der Michaeliskirche hatte die Domschule besucht, deren Nachfolger das Josephinum ist. Die überlange Stoffbahn soll Geschichten erzählen – und allein die Figur Bernwards liefert davon reichlich. Einer davon ist Klasse 5b auf der Spur. Die Jüngsten des Gymnasiums sitzen im Kunstraum, direkt am Domhof. Sie haben sich alte Herrenoberhemden gegen Klecksereien übergestreift und malen mit bunten Acrylfarben. Kunstlehrerin Dr. Sabine Schreiner regt derweil die Phantasie an: Aus einem Historienschmöker liest sie über das Leben der byzantinischen Fürstentochter Theophanu vor. Die ist dem abendländischen Kaiser Otto II. als Frau versprochen und zieht über Rom in die nebligen Wälder Norddeutschlands. Aus der abenteuerlichen Reise greift sich jeder Schüler heraus, was ihm am besten gefällt. Felix Raupach hat es das antike Rom angetan. Dessen wichtigste Gebäude hat er bereits auf den Stoff gebannt, das Colosseum, den Circus Maximus, den Aquädukt. Franziska Aselmeyer malt die Kutsche, die die Braut Richtung Rom bringt. Was das alles mit Hildesheim zu tun hat? Nach der Hochzeit der byzantinischen Prinzessin wird Bernward der Erzieher ihres Sohnes. „Die beiden sollen auch eine Liebesbeziehung gehabt haben“, weiß Schreiner, „und ganz bestimmt war Theophanu auch mal in Hildesheim.“
Dafür, dass alles rechtzeitig fertig ist, sorgt Sabine Schreiner. Sie ist der Kopf hinter der enorm aufwendigen Kunstaktion. Zusammen mit ihrer Seminargruppe aus dem 13. Jahrgang plant sie das Ereignis seit Wochen. Regelmäßig sitzt die Runde zusammen, um Anregungen für Bildmotive zu finden. Wo sind spannende Stoffe? Welche Idee hat das Dommuseum, was fällt dem Stadtarchiv ein? „Bis Weihnachten muss im Grunde alles fertig sein“, drängt Schreiner. Und auch der Tag der Präsentation muss geplant werden. Die Seminargruppe überlegt, ob ein Spielmannszug die Kette der 1000 Schüler anführen soll. Kann die Stoffbahn anschließend in der Michaeliskirche gezeigt werden? Was sagen die Sicherheitsleute des Bundespräsidenten? Für die Oberstufenschüler ist es weit mehr als ein künstlerisches Projekt: Sie lernen organisieren, verhandeln, präsentieren. Und auch auf das Geld müssen sie achten. Sabine Schreiner hat mit ihrem Konzept bei einer Stiftung 5000 Euro eingeworben. „Man glaubt gar nicht, wie schnell das weg ist“, klagt der Schüler Lukas Vollmer, der für das Geld zuständig ist. Farbe, Stifte, Pinsel wurden gekauft, die 60 Zentimeter breite Stoffbahn ist eine Sonderanfertigung, auch zu Sonderkonditionen. „Wir haben jetzt weniger als 2100 Euro, wir müssen sehen, wie wir weitermachen“, stellt Schreiner fest. Schaffen es die Josephiner, rechtzeitig 600 Meter Stoff zu bemalen? In loser Folge werden Schüler in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom Fortschritt des Projekts berichten. "Kehrwieder" vom 30.0.2009: 1.000 Jahre aufgerollt: Josephiner für „Geistesblitz" ausgezeichnet Gymnasiasten wollen Stoffband zwischen Dom und St. Michaelis spannen - Stifterverband fördert Projekt ![]() Vorbereitungstreffen des 13. Jahrgangs: Die Schüler planen das Projekt „1.000 Jahre aufgerollt". (jan) Hildesheim. Das Gymnasium Josephinum ist vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im bundesweiten Wettbewerb „Geistesblitze" als eine von sechs niedersächsischen Schulen ausgezeichnet worden. Der Verband hatte dazu aufgerufen, sich auf die Spur von wichtigen Erfindungen, bedeutenden Wissenschaftlern oder außergewöhnlichen Produkten aus ihrer Region zu begeben, die den Alltag noch heute prägen. Das Josephinum überzeugte die Jury mit seinem Projekt „Michaelis 2010: 1.000 Jahre aufgerollt": Alle rund 1.000 Josephiner wollen im kommenden Jahr, in dem die Welterbe-Kirche St. Michaelis ihr 1.000-jähriges Bestehen feiert, vom Dom bis St. Michaelis ein knapp 640 Meter langes Stoffband spannen.
1000 Jahre aufgerollt - Michaelis 2010 Das Projekt
Der Plan
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Das Organisationsteam, das das spektakuläre Michaelis-Projekt steuert, hat in den vergangenen Wochen hart gearbeitet. Dabei mussten sich die Schülerinnen und Schüler um Teamleiterin Dr. Sabine Schreiner auch mit der kniffligen Frage auseinandersetzen, wie man eine 600m lange Stoffbahn aufbewahrt und transportiert. Herausgekommen sind fünf Stoffrollen, die auf fünf Rollwagen aufgewickelt sind. Vor Ort - also auf dem Weg zwischen Dom und Michaeliskirche werden die Enden zusammengeklettet! 





Bereits seit mehreren Jahren arbeiten die Mitglieder des Lions Clubs Hildesheim-Marienburg und die Schülerinnen und Schüler des Josephinums zusammen, um mit dem Verkaufserlös aus den Jahreskalendern Kinder und Jugendliche in Tschernobyl/Weißrussland und in Kilachery/Indien zu unterstützen. Das Thema des neuen Kalenders: „Weltkulturerbe 2010“. Für 7,00 Euro ist er ab sofort im Sekretariat erhältlich.
Um den Glanz der vornehmen Frau aus dem Osten vor Augen zu führen, darf sich eine Schülerin in einen prächtigen bestickten Stoff hüllen. „Ganz schön schwer“, staunt Viktoria Schiedeck (Bild links), als das glitzernde Tuch um ihre Schultern liegt. Langsam, Unterrichtsstunde für Unterrichtsstunde, füllen sich weitere Abschnitte der langen Stoffbahn.
Vom Stifterverband "Geistesblitze" (Logo siehe links) bekommt das Gymnasium nun ein Preisgeld von 5.000 Euro, um die Idee verwirklichen zu können. Zum einen kostet die gut 90 Kilogramm schwere Stoffbahn rund 2.200 Euro, wie die Koordinatorin des Projekts, die Deutsch- und Kunstlehrerin Sabine Schreiner sagt, für Farbstifte müssen weitere 1.500 Euroeingeplant werden. Denn auf den 60 Zentimeter breiten Stoffstreifen sollen die bunten und vielfältigen Ergebnisse der verschiedenen Projektgruppen gemalt werden: Die Schüler beschäftigen sich in den kommenden Monaten mit der Vergangenheit des Doms, der Michaliskirche, mit der Reformation in Hildesheim und vielen anderen Themen rund um die Geschichte der beiden bedeutenden Hildesheimer Gotteshäuser.