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Die Erkenntnisse der Bildungsforschung |
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Warum die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler zum Gymnasium gehen sollten (und nicht z. B. zu einer Gesamtschule)
1. Leistungsgemischte, heterogene Lerngruppen behindern die Förderung.
- Das „längere gemeinsame Lernen“, mit dem Gesamtschulen werben, verlangsamt den Lernfortschritt bei leistungsstärkeren Schülern. In Lerngruppen unterschiedlicher Voraussetzungen und Fähigkeiten muss beständig wiederholt und geübt werden.“ Diese repetitive Unterrichtsführung nützt wider Erwarten Schülern mit ungünstigen Eingangsvoraussetzungen nur wenig, während die Lernfortschritte des oberen Leistungsdrittels merklich beeinträchtigt werden.“ (Baumert, 1986, Seite 655). Leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler benötigen einen Unterricht auf einem hohen Anspruchsniveau und ein zügiges Fortschreiten im Lernprozess.
- Lehrer orientieren sich in ihrer Unterrichtsgestaltung meistens an dem unteren Viertel der leistungsschwächeren Schüler in ihrer Klasse. Die Leistungsstärkeren werden dadurch weniger gefördert (Roeder/Sang 1991, Seite 163)
- Die Probleme des Unterrichtens in heterogenen, leistungsgemischten Lerngruppen sind durch Binnendifferenzierung nicht zu bewältigen. Sie taugt nicht als „eine erfolgversprechende Standard-Alternative zu dem stabileren System einer Zusammensetzung nach Leistung“. (Roeder, Binnendifferenzierung im Urteil von Gesamtschullehrern, 1997, Seite 259)
2. Deutliche Leistungsunterschiede zwischen Gymnasien und Gesamtschulen.
- Vergleichsstudien zwischen Gesamtschulen und Gymnasien in Nordrhein-Westfalen förderten deutliche Unterschiede in den Leistungsniveaus zu Tage: In intellektuell und sozial vergleichbaren Lerngruppen waren die Gymnasiasten den Gesamtschülern vor dem Eintritt in die Oberstufe in Mathematik um mehr als zwei Jahre voraus. (Baumert/Köhler 1998, Seite 17). In Englisch, Biologie und Physik gilt Vergleichbares (Baumert/ Köhler/ Schnabel 1999, Seite 404).
- Der Leistungsrückstand der Gesamtschüler in Mathematik verringert sich auch bei einem Abitur nach 13 Jahren gegenüber den Gymnasiasten nicht (Baumert/Köhler/Schnabel 1999, Seite 410). In den Englisch-Leistungskursen der nordrhein-westfälischen Gesamtschulen kommt es zwischen dem 12. und 13. Schuljahr zu einem Leistungseinbruch von 40% (Baumert/ Köhler/ Trautmann/ Watermann 2004, Seite 695).
- „Mit dem günstigeren Lernklima am Gymnasium gehen offenbar nicht nur bessere Schulleistungsentwicklungen einher, sondern auch eine besondere Ausschöpfung kognitiver Begabungsreserven.“ (Oerter/Montada 2008, Seite 760).
3. Das soziale Lernen darf nicht auf der Strecke bleiben
- Beim Sozialverhalten „ zeigen sich auf der Gesamtschule insgesamt die ungünstigsten Verläufe: Hier lässt sich ein Anstieg des Egoismus – bei simultanem Absinken des Altruismusmotivs feststellen“ (Köhler, 1996, Seite 23, vgl.: Baumert/Köhler 1998, Seite 18)
- Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler sind in undifferenzierten Lerngruppen wie z.B. an den Gesamtschulen durch ständiges Aufwärtsvergleichen hohen psychischen Belastungen ausgesetzt. (Fend 1982, Seite 337f)
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