Grundlage für die COMENIUS-Schulpartnerschaft PDF Drucken
verona 5Die Zukunft Europas wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, eine Gemeinschaft zu bilden, in der die Vielfalt der Kulturen ein klares Profil behält, dennoch aber eine Basis geschaffen wird, auf der sich eine europäische Identität entwickeln kann.

Diese Vision von einer gemeinsamen Identität kann nur verwirklicht werden, wenn ein Austausch, ein Abgleich und eine Übereinstimmung über gemeinsame Werte stattfindet.

Das Projekt Unity in Diversity nimmt diese Aufgaben in den Blick, indem es entscheidende Fragestellungen, die ganz Europa betreffen, thematisiert.

Zu diesen Themen gehören:
  • der Umgang mit dem menschlichen Leben (genetic engineering),
  • der Umgang mit anderen Kulturen und der Frage der Integration (immigrants),
  • die sich wandelnden Familienstrukturen (mobility, childcare, care for elderly people).

Erfahrungsgemäß ist die Gesetzgebung in den europäischen Ländern im Hinblick auf den Umgang mit Gentechnik, mit Stammzellenforschung, recht  verschieden. Die Definition, wann Leben beginnt und eines besonderen Schutzes bedarf , wird zum Teil völlig unterschiedlich bewertet. Die Entwicklung in den Labors geht in Riesenschritten voran, hier wird über zukünftiges Leben und Dasein entschieden, nur die wenigsten von uns wissen, was dort genau geschieht, noch weniger wissen wir, was in den Labors anderer Länder geschieht. Nur eine gute Aufklärung und Informationspolitik aber schützt vor Missbrauch, Abhängigkeiten, Manipulation und Unmündigkeit. Auf der Grundlage der Menschenrechte, der bürgerlichen Freiheiten und auch christlicher Werte, muss eine Sensibilisierung für dieses Thema stattfinden, nur so kann eine Brave New World der Zukunft verhindert werden. Die Teilnehmer am Projekt recherchieren zu diesem Thema und tauschen dann Informationen aus, auf der Grundlage  von Diskussionen und Gedankenaustausch können wir uns hoffentlich geschlossen positionieren. Allerdings muss auch Raum für abweichende Meinungen sein, die aber dennoch einen kritischen Blick auf das Thema behalten müssen.

Eine weitere Herausforderung stellt der europäische Arbeitsmarkt dar. Angesichts der Finanzkrise wurde überaus deutlich, dass es keine nationale Abgeschiedenheit und Sicherheit mehr gibt, folglich müssen auch die Bürger der europäischen Länder, besonders aber die zukünftigen Generationen, über die Lage in den Nachbarländern Bescheid wissen. Niemand kann heute noch davon ausgehen, ein Leben lang einen Arbeitsplatz in einem Land zu behalten, Mobilität wird gefordert. Darum gehört dieses auch in den festen Kanon einer schulischen Ausbildung, Flexibilität ist ein Erziehungsziel. Die Folgen dieser Mobilität schlagen auch auf das Familienleben durch. Da Familien häufig getrennt voneinander leben müssen, kommen auf den Staat neue Aufgaben zu. Dazu gehören die Versorgung und Pflege der älteren Menschen, da die Chance auf ein Verbleib in der Familie immer geringer wird. Dieses ist auch bei der Kinderbetreuung der Fall, da immer mehr Frauen allein mit ihren Kindern leben und  immer mehr in die Berufstätigkeit streben.

Diese Phänomene einer modernen  Gesellschaft sind in allen europäischen Ländern zu beobachten, die Reaktionen darauf und der Umgang damit sind jedoch recht unterschiedlich, z.B.  gelten Betreuungsmodelle aus skandinavischen Ländern als vorbildlich. Die Jugendlichen Europas müssen sich bewusst werden, dass die Ländern von einander lernen können, Fehler und Fehlinvestitionen vermieden werden können.

Die Länder Europas gelten z.B. im Vergleich zu notleidenden Ländern Afrikas immer noch als gelobtes Land, daraus und aus der Geschichte heraus erwächst eine Verantwortung gegenüber Flüchtlingen und Einwanderern. Nur eine effektive Informationspolitik und Aufklärung kann Fremdenfeindlichkeit verhindern und Integration ermöglichen. Die Themen dieses Projekts sind sehr vielfältig und komplex, sie hängen aber so eng zusammen, dass eine künstliche Trennung nicht möglich erscheint und die Gefahr von Unvollständigkeit besteht.