COMENIUS-Projekttreffen in Verona PDF Drucken

Comenius-Projekttreffen in Verona (20.04. bis 23.04.2010)

Unity in Diversity

Die Aschewolke über Mitteleuropa konnte uns nicht aufhalten … Wir, das waren fünf Schülerinnen und Schüler aus dem 10. Jahrgang (Esther Johannwerner, Svenja Beste, Sara Zumhasch, Maximilian Alicke, Philbert Kühn)  und  drei Lehrkräfte (Frau Proske, Herr Berg, Frau Homeister), nahmen einfach den Zug von Hildesheim nach Verona. Die 11-stündige Bahnfahrt führte uns durch Niedersachsen, Hessen und Bayern, dann über die Alpen mit herrlichen Ausblicken auf schneebedeckte Gipfel. In Verona wurden wir von unseren Gastgebern in Empfang genommen. Die Schüler fuhren in die Gastfamilien und die Lehrer wurden in das gebuchte Hotel begleitet. In Italien war der Frühling schon angekommen, das spürten wir sofort, denn schon am ersten Abend konnten wir auf der Piazza sitzen und bei einem gemeinsamen Abendessen die Delegationen der Partnerschulen begrüßen.

Am nächsten Morgen kamen Lehrer und Schüler im Istituto Enaudi zusammen, der italienischen Partnerschule, die Arbeit konnte beginnen.

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International: Im Rahmen des COMENIUS-Projekts trafen sich Schüler und Lehrer aller europäischen Partnerschulen des Josephinums in Verona.

Die Schüler fanden sich in internationalen Kleingruppen zusammen und präsentierten die Ergebnisse der Arbeit der einzelnen Schulen zum Thema  Gene Manipulation. Auf Grundlage der Ergebnisse fand ein Gedankenaustausch  zu diesem Thema statt, dessen Inhalt in einem kurzen Statement der einzelnen Gruppen im Plenum vorgestellt wurde. Schon hier wurde deutlich, dass  es  Unterschiede zu Fragen der Genforschung und Genmanipulation gab. Aber wir wollten noch mehr herausfinden und so entwarfen die verschiedenen Schülergruppen Fragebögen, mit denen sie im Rahmen von Kurzinterviews die Meinung der Bewohner und Besucher der Stadt Verona erfragen konnten.

verona 3Am nächsten Tag wurden die Ergebnisse der Umfrage ausgewertet und dem Plenum präsentiert (auf dem Foto links die Josephiner bei ihrer Vorstellung). Die thematische Zusammenarbeit der europäischen Schulen endete am Donnerstagnachmittag mit einem gemeinsamen Statement der Jugendlichen, dabei wurde trotz unterschiedlicher Meinungen in Detailfragen deutlich, dass die jungen Europäer von tiefer Skepsis und Besorgnis gegenüber Genforschung und Genmanipulation erfüllt sind. Sie lehnen es ab, dass alle Möglichkeiten, die die Forschung technisch bietet, genutzt werden. Die Wahrung der Menschenwürde und der Schutz des menschlichen Lebens stehen dabei im Mittelpunkt. Präimplantationsdiagnostik sollte nur im Hinblick auf die Vermeidung von schweren Krankheiten vorgenommen werden, eine Praxis, die es ermöglicht, ein Kind wie aus einem Warenkatalog zu bestellen, lehnen alle Jugendlichen strikt ab, der Gedanke allein empört alle.

Bei der Frage, ob Abtreibung nach der Diagnose einer Erbkrankheit erlaubt sein soll, sind sich jedoch nicht alle Nationen einig.

Bei der Ablehnung von genetisch veränderten Pflanzen und Lebensmitteln sind sich wieder alle einig.

So kommen die Beteiligten zu dem Schluss, dass es doch viel mehr Verbindendes als Trennendes zwischen den Ländern gibt.

Das Treffen, das Zusammensein mit vielen Menschen und die intensive inhaltliche Auseinandersetzung in einer fremden Sprache empfinden alle Beteiligten als „ ganz schön anstrengend“, aber alle spüren auch, dass dieses eine persönliche Bereicherung darstellt. Gerade in Fragen, die die menschliche Existenz so grundsätzlich betreffen, ist ein Austausch und ein kritisches Denken auf internationaler Ebene erforderlich. Jugendliche, die Entscheidungsträger der Zukunft, sollten diese Chance und die Notwendigkeit darin früh erkennen und erproben. Die Schulpartnerschaft im Rahmen des Comenius-Programms bietet dazu einen konkreten Ausgangspunkt.

Am Freitag werden unsere Schüler von ihren Gasteltern zum Bahnhof begleitet und alle klettern schwer beladen mit Geschenken und riesigen Proviantpaketen wieder in den Zug Richtung Hildesheim.

Alle Beteiligten sind einer Meinung. Das Treffen der europäischen Partnerschulen in Verona war für uns alle Arbeit, Freude und ein voller Erfolg.

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Nicht nur die Schülerinnen und Schüler arbeiteten intensiv; auch die Lehrer der internationalen Projektschulen tagten und berieten über den weiteren Verlauf des Projekts "Unity in Diversity".