| HAZ vom 3.11.2009: „Lichtblicke“ – auch in der Krise |
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Kunstschüler von RBG und Josephinum stellen im AcKU aus – Gleiches Thema sehr unterschiedlich gestaltet Hildesheim (lyh). Der eine hat bei der künstlerischen Umsetzung des Themas „Licht und Atmosphäre“ an sich selbst unter einer Leselampe gedacht, der andere an einen Schiffbrüchigen, der in der Ferne ein beleuchtetes Schiff sieht. Die große Vielfalt ist es vor allem, die die derzeitige Ausstellung von Schülerarbeiten in der Galerie im AcKU auszeichnet. Knapp drei Wochen lang sind dort jetzt Bilder und andere Kunstobjekte zu sehen, die Kunstschüler der gymnasialen Oberstufe an der Robert-Bosch-Gesamtschule und am Gymnasium Josephinum im zurückliegenden Schuljahr gestaltet haben. Die Vernissage am Donnerstagabend eröffnete die A-Cappella-Truppe „Fivestyle“ des Josephinums passenderweise mit dem Gospelsong „This little light of mine“, bevor AcKU-Vereinschef Michael Fritz Schüler, Lehrer und Gäste in der Galerie willkommen hieß. Die Kunstpädagogen der beiden Schulen – Herbert Nitsche vom Josephinum sowie Lisbeth Mokosch und Eva Kersting von der RBG – die die Ausstellung gemeinsam organisiert haben, überließen es den Schülern, etwas über ihre Werke zu sagen. „Ich habe mich mit den Gegensätzen von Licht und Schatten beschäftigt. Und wenn man über Gegensätze nachdenkt, ist man ganz schnell beim Thema Mann und Frau“, erklärte Hannah Winkler ihr Acryl-auf-Leinwand-Bild mit dem Titel „Liebe“. Als Motiv hat die Schülerin des Josephinums das Phantom der Oper mit seiner Angebeteten Christine gewählt. „Die dramatische Liebe dieses Paares ließ sich sehr gut darstellen, gerade weil die beiden Personen selbst Licht und Schatten repräsentieren“, erläuterte die junge Künstlerin. Von der griechischen Mythologie hatten sich hingegen einige der RBG-Schüler inspirieren lassen. Sie beschäftigten sich mit der Geschichte von Ikarus, den ein waghalsiger Flug in Richtung Sonne das Leben kostet. Die dabei entstandenen vielfarbigen, dynamischen Mischtechnik-Bilder setzen einen durchaus sehenswerten Kontrast zum eher klassischen Stil der Josephinum-Arbeiten. Das sieht Milan Stehr, Kunst-Leistungskursleran der RBG, genauso. „Ich finde es richtig gut, dass trotz der fest geschriebenen Themen so verschiedene Sachen heraus gekommen sind. Dass unsere Arbeiten eher abstrakt sind, während die Schüler vom Josephinum sehr realistische Bilder gemalt haben, ist doch interessant“, bemerkte er zur Eröffnung. Die Ausstellung sieht der Abiturient als Chance, den eigenen Horizont zu erweitern, die Öffentlichkeit zu erreichen und Kontakte zu Gleichaltrigen anderer Schulen zu knüpfen. „Etwas, das nicht nur auf dem Papier angeschaut werden kann“, wollte RBG-Schülerin Meike Borchers machen. Ihr Ausstellungsbeitrag ist eine Video-Diashow mit dem Titel „Lichtblicke“, die bei der Erstaufführung spontanen Applaus erntete. Zur verträumten Filmmusik von „Die fabelhafte Welt der Amélie“ ist sie selbst in unterschiedlichen Perspektiven zu sehen, nachts auf dem Phönix-Gelände, Feuer spuckend und mit brennenden Stäben jonglierend. Die Bilder sind mit einer Filmkamera aufgenommen, nachher in einzelne Fotos geschnitten und passend zur Musik angeordnet worden. In ihrer Freizeit fahre sie regelmäßig mit dem Zirkus mit, daher die Idee mit den Kunststücken, erklärte die Schülerin später. Zum Nachdenken möchte sie anregen und erlaubt dabei einen unvermittelten Blick in ihre jugendliche Gedankenwelt. „Ich will, dass sich die Leute darüber bewusst werden, dass es trotz Wirtschaftskrise und Problemen immer noch Lichtblicke gibt“, sagt Meike Borchers. Ihre eigenen, das sind die Freunde und die kleinen Freuden des Alltages. Eine breite Palette an Eindrücken hat die Ausstellung also für Besucher zu bieten. Sie ist Teil zwei der diesjährigen Schüler-Ausstellungsreihe im AcKU; Anfang Oktober hatten die Gymnasien Andreanum und Himmelsthür ausgestellt, ab 19. November sind dann Scharnhorst- und Goethegymnasium dran.
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