| HAZ vom 16.11.2009: "Opfer und Kummer gab es genug" |
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Volkstrauertag: Schüler schmücken Gräber, Gedenkstunde im Rathaus und Kränze am Denkmal
Hildesheim (ph). Bürgermeister Ekkehard Palandt fand die Anzeige in der HAZ. „Endlich, endlich Gewissheit!“ schrieben zwei Töchter eines toten Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Die Anzeige ist im Juni 2008 erschienen und zeigt, so Palandt gestern im Rathaus bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag, wie aktuell das Thema heute noch sei. Millionen von Toten, Millionen Verletzte an Leib und Seele, abrupt beendete Leben und Lebensentwürfe, zerbrochene Träume – das alles habe dieser Krieg angerichtet. Und das dürfe sich nicht wiederholen, „Opfer und Kummer gab es genug“. Der CDU-Politiker zitierte zum Schluss Willy Brandt: „Ohne Frieden ist alles andere nichts“, hat der Friedensnobelpreisträger gesagt, den die Nazis ins Exil gejagt hatten. Nach Palandt ist also das Thema Krieg und Frieden weiter aktuell. Auch wenn die Rathaushalle nur halb gefüllt war, die Schüler des Gymnasiums Josephinum hoben das Thema mit neuen Aspekten in die Gegenwart. Nicht nur Jonathan Thalmann am Klavier und die Schwestern Sophie und Johanna Grinat mit ihren Geigen, auch der Literaturverein „Teutonia“, der literarische Texte zum Thema vortrug. Darunter Ilse Aichingers ergreifende Geschichte über ein jüdisches Kind, das noch von einer der wohl letzten Granaten des Krieges getötet wurde. Neu war der Versuch, das Thema Gewalt und Versöhnung pantomimisch darzustellen. „Warum nicht?“, meinte eine Besucherin, die seit vielen Jahren regelmäßig teilnimmt, „ich finde, sie haben das gut gemacht“. Dem schloss sich auch Palandt an. Auf dem Nordfriedhof legten Soldaten, die Stadt und zwei Vertreter des Sozialverbandes anschließend ihre Kränze am Denkmal für die getöteten Soldaten nieder. Wobei Palandt auch hier darauf hinwies, dass der Volkstrauertag nicht ein reiner Soldaten-Gedenktag sei. Er gedachte der Opfer der Vertreibung ebenso wie der Menschen, die durch die Gewaltherrschaft umgekommen sind. Der Toten des Ersten Weltkrieges wie der Menschen, die in unserer Zeit unter Hunger, Hass und Verfolgung leiden. Und auch der Menschen, die „hier bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde ums Leben gekommen sind“. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (gegründet 1919) betreut im Auftrag der Bundesregierung 827 Kriegsgräberstätten mit rund zwei Millionen Gräbern in 45 Ländern. Er hat rund 1,6 Millionen Mitglieder und Spender. Und betreut internationale Jugendbegegnungen auf den Friedhöfen. Die Opfer des Konfliktes in Afghanistan werden nicht auf zentralen Soldatenfriedhöfen beigesetzt, sondern in ihrer Heimat. |

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