| HAZ vom 18.12.2009: Latein und nackte Beine |
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Am 15. Januar wollen Josphiner ihre Schule und die Michaeliskirche mit einer überlangen Stoffbahn verbinden. Nur noch wenige Schultage bleiben, bis alles fertig sein muss. Heute berichten die Schüler vom Fortgang des Projekts. Am Josephinum wächst die Mega-Stoffbahn zum Michaelis-Jubiläum / Schulleiter färbt seine Füße
„Das ist ja gar kein totes Übersetzen“, freut sich Weihbischof Koitz, als er mit Schülern zusammen die Lebensgeschichte Bernwards auf den Stoff bringt. Foto: Gossmann Hildesheim. Eine 600 Meter lange Stoffbahn soll beim Jubiläum der Michaeliskirche das evangelische Gotteshaus mit dem katholischen Gymnasium Josephinum verbinden (diese Zeitung berichtete). Alle 1000 Schüler werden darauf etwas zur Geschichte der beiden Kirchen und von Bischof Bernward malen, schreiben oder drucken. Vom Fortgang des Projekts berichten Schüler des 13. Jahrgangs, die das Projekt im Seminarfach vorantreiben: „So was hat man ja nicht oft, so ein 1000-jähriges Jubiläum“, meint der 14-jährige Leon. Das findet auch Benno Haunhorst, Schuldirektor des Josephinums. Zusammen mit den Schülern der 9f1 und deren Lehrer Peter Franke hat er sich die Füße bunt angemalt und läuft nun über eine 25 m lange Stoffbahn. Die Fußabdrücke sollen den Lebensweg Bernwards darstellen. In bestimmten Abständen malen oder schreiben die Schüler Stationen seines Lebens auf den Stoff.
Mindestens genauso engagiert zeigen sich die Schüler der 10g1. Sie schreiben die „Vita Bernwardi“, also die Lebensgeschichte Bernwards auf den Stoff. Zuvor haben sie die Texte im Lateinunterricht übersetzt. Um das Ganze zusätzlich zu verzieren, malen sie in bunten Farben mittelalterliche Ornamente unter den Text. Mittendrin sitzt Weihbischof Hans-Georg Koitz und unterhält sich mit den Schülern. Erstaunt stellt er fest: „Das ist ja gar kein totes Übersetzen, wie ich es noch aus meiner Jugend kenne.“ Auch auf eine Zeit als Lehrer kann Koitz zurückblicken: Am Josephinum unterrichtete er früher Religion. Auch die Schüler haben Spaß an der kreativen Darstellung ihrer Übersetzungen. Alle sind überrascht, wie locker Koitz sich verhält. Zur Begrüßung der Lehrerin Roswitha Czimmek frischt er seine Lateinkenntnisse auf und begrüßt sie auf Latein – zur allgemeinen Erheiterung. Die entspannte Atmosphäre hält, während der Weihbischof von seiner Jugend und seiner Zeit als Lehrer am Josephinum erzählt. Dabei vergisst er beinahe den eigentlichen Grund, warum er heute hergekommen ist: Auch er schreibt einen Teil der „Vita Bernwardi“ auf den Stoff und unterstützt so die ganze Aktion. ILONA JANOSCH, MARIA HAUNHORST, LUKAS SCHRADER |

Schule 


Alle Beteiligten sind von der Idee des Projektes und vor allem der Umsetzung begeistert. Schließlich ist das etwas ganz anderes als normaler Unterricht. „Fußabdrücke sind zudem etwas sehr persönliches, sie sind einzigartig wie Fingerabdrücke“, erklärt Haunhorst. Er freut sich, dass die Schüler so viel Engagement zeigen, gerade weil Bernward früher selber Schüler am Josephinum war.