HAZ vom 11.02.2010: Gefahr im Schüler-Chat - Pädophile lesen mit PDF Drucken
Hildesheim (kol). Das Internet ist für die meisten Kinder und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Aber es birgt auch ernste Gefahren: Pädophile suchen sich in Chatrooms ihre Opfer, Gewaltdarstellungen und Gewaltspiele sind mit wenigen Mausklicks auch für Kinder verfügbar. Als Beauftragte für Jugendsachen der Polizei hat Ingrid Wiltzsch im Gymnasium Josephinum erklärt, wie man mit dem Medium Internet verantwortungsvoll umgeht.









Mobbing, Annäherungsversuche von Kriminellen - auch im Internet bietet vorsichtiges Verhalten Schutz. Julian Hasse, Tim Kusio, Gina La Mela und Julia Meyer informieren sich am Laptop der Polizistin Ingrid Wiltzsch.
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Jeweils fünf Schüler einer Klasse nehmen an dem 90-minütigen Workshop teil und geben die Ergebnisse an ihre Mitschüler weiter. Auch Cybermobbing ist an vielen Schulen ein wichtiges Thema. Die Kinder beschreiben das Phänomen so: „Das ist, wenn jemand gemeine Sachen über jemanden im Internet verbreitet.“

Was vielen Kindern nicht bewusst ist, erklärt die Polizistin: „Mobbing kann sogar zu einer Straftat werden. Es kann über Beleidigung,  Belästigung, üble Nachrede bis hin zu Körperverletzung kommen, wenn das Opfer einen seelischen Schaden nimmt.“ Als Grundregel empfiehlt sie das alte Sprichwort: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

Kostenlose und anonyme Hilfe können sich Mobbingopfer auf der Internetseite: www.juuuport.de oder unter der Telefonnummer 0800 111 0 333 einholen. Dort sitzen „Digital Natives“ an den Drähten – so nennt der Fachjargon die Personen, die mit dem Medium Internet groß geworden sind.

Zu den angesprochenen Themen, sei es Mobbing, Abzocke im Internet, Schüler-VZ oder Downloads, haben fast alle Kinder ein eigenes Erlebnis zu erzählen. Für die Präsentation der Kinder im Schüler-VZ zeigt Ingrid Wiltzsch ein Plakat. Darauf ein nettes Mädchengesicht mit Angabenüber die besuchte Schule, Vorlieben, Adresse und Telefonnummer. „Würdet ihr das Plakat im Supermarkt aufhängen?“, fragt sie die Schüler. Ein klares Nein schallt ihr entgegen. So wird den Kindern klar, dass sie solch persönliche Angaben auch im Internet nicht machen sollten.

Durch die offene Art der Polizistin und jugendlich aufbereitete Begleitfilme arbeiten die Kinder aufmerksam mit. In Kleingruppen erstellen sie Listen mit Vor- und Nachteilen von Handys, Chatrooms, E-Mail und anderen Medienbereichen. Die Schülerin Karolin Lehmann bemerkt: „Manches, was wir als Vorteil aufgeschrieben haben, ist ja gar nicht so vorteilhaft.“ Durch diesen Workshop werden die Kinder auf jeden Fall zu intensivem Nachdenken angeregt. Immer wieder kristallisiert sich heraus, dass es im Umgang mit dem Internet besonders um den Umgang miteinander geht, auch wenn man im Netz anonym oder vom Partner weit entfernt ist.