| HAZ vom 13.04.2011: Gerade 14 – doch er hat den Journalismus schon im Blut |
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So einen muss es einfach in den Journalismus ziehen. Manchmal genügen schon ein paar Artikel,um einen Jungen für die Tageszeitung zu begeistern. Wie hat der VfV gespielt, was machen die Volleyballer vomTSV/48, was gibt‘s Neues von Hannover 96? Es sind Themen wie diese, die der Josephiner morgens am Frühstückstisch verschlingt wie andere ihr Müsli. Irgendwann, da ist sich der Junge aus Ochtersum sicher, wird auch sein Kürzel vor den Artikeln stehen. „Ich bin nicht so der Mathematiker und schreibe lieber. Ingenieur werde ich jedenfalls nicht.“ Das ist für ihn schon mal klar. Die ersten Sporen als Reporter hat er sich bereits beim HAZ Olympiacamp verdient, als er eine Woche lang über das Geschehen auf der Jowiese berichtete. „Man muss schon seine Angst überwinden und die Leute anquatschen“, sagt Hendrik über seine ersten Interviews. Doch mit jeder Frage wurde er sicherer, legte die Scheu schließlich ganz ab. Denn am Ende des Tages sollte ja ein ordentlicher Artikel in der Redaktion abgeliefert werden. Schade nur, dass der Ausflug in den Journalismus schon nach einer Woche wieder endete. Denn Hendrik war gerade erst 13 Jahre. Und damit um ein Jahr zu jung für eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter, hatte ihm Sportredakteur Ulrich Hempen damals gesagt. Hempen war bass erstaunt, als bei ihm Ende Februar das Telefon klingelte: „Uli, ich bin jetzt 14“, meldete sich Hendrik gleich nach seinem Geburtstag. Klar, dass der Nachwuchsreporter bei passender Gelegenheit seinen ersten Auftrag bekommen wird. Am liebsten natürlich für das Sportressort, wo sich der Schüler bestens auskennt. Zu jedem Heimspiel von VfV Borussia 06 nimmt er seinen Notizblock mit, um alle spielentscheidenden Szenen, Tore, Ecken, gelbe und rote Karten festzuhalten. Wie vertraut er mit den Fußballern ist, konnte er neulich im Stadtbus unter Beweis stellen. Da saß ihm doch tatsächlich Tae Yun Lim aus dem Hildesheimer Oberliga-Kader gegenüber, dem Hendrik gleich die Daumen für die nächste Partie drückte. Aber auch als Lokalreporter würde er eine gute Figur abgeben, denn Hendrik hat ein Auge für das Geschehen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Als die Stadt neulich eine Baustelle direkt vor seiner Haustür einrichtete, hielt er jeden Baufortschritt mit der Digital-Kamera fest. Um den Zeitungsmachern einmal über die Schulter schauen zu können, lud die HAZ den Jungen jetzt in die Redaktionskonferenz ein. Eifrig verfolgte der Gast die Blattkritik und die Planung für die nächste Ausgabe. Als das Sportressort an der Reihe war, spitzte Hendrik ganz besonders die Ohren. Ob dieses Mal wohl das Thema Basketball angesagt werden würde? Nein, kein Bericht über Basketball geplant. Allerdings zeigte der Nachwuchsspieler durchaus Verständnis, dass bislang noch kein Artikel über sein Team erschienen ist: „Das wäre wohl zu deprimierend, denn wir sind die schlechteste Truppe im ganzen VfV und haben noch kein einziges Spiel gewonnen“, meinte der Junge mit der gehörigen Portion Selbstkritik. Aber die ist für einen angehenden Journalisten ja nicht die schlechteste Eigenschaft. |

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