| HAZ vom 7.05.2011: Özkan: Deutsch-Test kommt zu spät |
|
|
|
Die Deutsch-Förderung für Vorschulkinder sei bei ihrer Einführung als Zwangsgermanisierung“ kritisiert worden, erinnerte die Ministerin. Man müsse jedoch Migranten deutlich machen, wie wichtig der Kindergartenbesuch zum Erlernen der Sprache sei, sagte Özkan und verwies auf ihren eigenen Lebenslauf. Die Tochter türkischer Einwanderer kam als Dreijährige in den Kindergarten. „Das war in den 70er Jahren noch sehr ungewöhnlich, aber dadurch war ich bei der Einschulung sprachlich auf dem gleichen Level.“ Eine Kita-Pflicht lehnte Özkan ab. Es gehöre zur Freiheit der Eltern, sich für eine Betreuung zu Hause zu entscheiden. Aus den Reihen der jungen Zuhörer gab es teils kritische Fragen, etwa zu Ausländer-Stadtteilen, „in denen man abends blöd angemacht wird“, wie die Elftklässlerin Nike klagte. „Wenn man sich in ein Viertel nicht mehr herein traut, ist es zu spät“, sagte Özkan und warb für Integration durch Kennenlernen im Sportverein, bei den Pfadfindern oder bei der Jugendfeuerwehr. Dabei sei es auch Aufgabe der „Mehrheitsbevölkerung“, auf Migranten zuzugehen. „Wer aus der Türkei kommt, kennt zum Beispiel keine Jugendfeuerwehr.“ |

Schule 

Hildesheim (hei). Niedersachsen überprüft zu spät, ob angehende Schulkinder ausreichend Deutsch sprechen. Das sagte Landessozialministerin Aygül Özkan (CDU) gestern in Hildesheim. „Alle Wissenschaftler sind sich einig, dass wir mit fünf Jahren zu spät dran sind“, sagte Özkan. Sie sprach auf Einladung der Frauen Union vor Elftklässlern im Gymnasium Josephinum.