| HAZ vom 18.05.2011: Fußballer gewinnt in Strümpfen |
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Beim Wettbewerb „Hildesheim sucht den Supersprinter“ gibt ein Handballer zu, dass ihm die 100 Meter eigentlich zu lang sind. Sogar der Landestrainer zeigt sich beeindruckt von Eintrachts Veranstaltung.
Hildesheim (wgk). „Ich habe gewonnen, weil ich den besseren Start hatte“, gab sich der Tennisspieler Tim Kollakowski vom Gymnasium Josephinum bescheiden, nachdem er im 100-m-Finale der Jahrgänge 1993/1994 den Qualifikationsschnellsten über 30 Meter, den Handballer Fabian Schweiger, hinter sich gelassen hatte. Mit elektronisch gemessenen 11,89 Sekunden erzielte Tim Kollakowski am Finaltag bei Eintracht Hildesheims Laufveranstaltung „Hildesheimsucht den Supersprinter“ für die Hildesheimer Schulen die schnellste Zeit des Tages. Fabian Schweiger gab zu: „100 Meter waren zu lang für mich“. Er war nach 12,27 vor Gazi Siala vom Gymnasium Himmelsthür in 12,35 im Ziel. Schneller als Schweiger und Siala war allerdings der 100-m-Sieger der Jahrgänge 1995/1996 unterwegs. Lukas Hertwig vom Gymnasium Andreanum sprintete nach 12,22 Sekunden durch die Lichtschranke. Mit ihm stellte ein Fußballer seine Schnelligkeit unter Beweis. Hertwig kickt beim SV Rot-Weiß Wohldenberg in der U17 um Tore und Punkte – nicht als flinker Angreifer, sondern als Mann der Abwehr. Ein Fußballer siegte auch im Finale der Jahrgänge 1997/1998 über 75 Meter – und das, obwohl er auf Laufschuhe verzichtet hatte. Berdan Yilmaz aus der 8. Klasse der Robert-Bosch-Gesamtschule holte sich, in Strümpfen laufend, den Pokal in 9,79 Sekunden vor Robin Weiss (Geschwister-Scholl-Schule) in 9,85. Berdan Yilmaz, der in der U14 von Hannover 96 spielt, wollte es nicht glauben, dass er auf der roten Kunststoffbahn in Nagelschuhen vielleicht noch schneller gewesen wäre. Ein nicht unbekanntes Leichtathletiktalent vom MTV Eintracht Borsum gewann das 75-m-Finale der Jahrgänge 1999/2000. Simon Beike von der Michelsenschule siegte in 10,20 vor Sebastian Willke (Josephinum/10,98). Die mit Abstand schnellste junge Dame des Finaltages war – wie erwartet – Kristin Grebe (Josephinum), die bereits an deutschen Jugendmeisterschaften teilgenommen hat. Über 100m der Jahrgänge 1993/1994 hatte sie auf ihrer Hausbahn nach 13,05 Sekunden im Ziel einen großen Vorsprung vor der Zweiten, Inga Senf von der Marienschule (13,83). Ganz stark präsentierten sich auch die Finalteilnehmerinnen der Jahrgänge 1995/1996. Den 100-m-Endlauf dominierten bekannte Leichtathletinnen aus Hildesheim. Marie Seidler vom Gymnasium Himmelsthür gewann in 13,25 vor Anabel Knabe (13,67) und Lea Rössig (13,93), beide für das Josephinum laufend. Eng waren die Entscheidungen in den 75-m-Finals der Jahrgänge 1997/1998 und 1999/2000. Bei den älteren Mädchen hatte Hanna Sauer von der Marienschule in 10,63 die Nase vorn vor den Zwillingen Lea und Janina Eckhart (RBG). In der jüngsten Altersklasse sprinteten mit Elisabeth Wrede (10,95) und Sophia Steinert (11,08) zwei dunkelhäutige Mädchen vom Josephinum als Schnellste über die Bahn, gefolgt von Debbie Buchholz (Renataschule/11,21). Nach den Einzelfinals wurde zum Abschluss der Veranstaltung, die Eintracht Hildesheim anlässlich seines 150-jährigen Vereinsjubiläums aus der Taufe gehoben hatte, in den 4x100-m-Staffeln um die Pokale gekämpft. Bei den Jungen und bei den Mädchen siegte das Josephinum. Eintracht-Vorsitzender Rolf Altmann und Projektleiter Nils Thielen überreichten die von der Sparkasse Hildesheim gestifteten Siegerpokale. Beeindruckt von der Laufveranstaltung zeigte sich Björn Sterzel, der Landestrainer Sprint im Niedersächsischen Leichtathletik-Verband: „Auch ich habe vor etlichen Jahren den Weg vom Fußball zur Leichtathletik gefunden“, sagte er. „Vielleicht haben wir heute den einen oder anderen Jugendlichen gesehen, der Freude am Wettkampfsport auf der Laufbahn gefunden hat.“
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