HAZ vom 27.09.2011: Sportler gewinnen Schul-Preis PDF Drucken
Josephinerfest: Ehemalige stiften einen Tischtennishof für 12 000 Euro

josephinerpreis la 2011 
Hermann Strüber interviewt die Leichtathleten Lea Rössig, Christin Grebe, Niklas Wetjen und Samuel
Steinert, die stellvertretend für das Team von Heiko Wilcke den Josephinerpreis 2011 entgegennahmen.
Foto: Peter Hartmann

Hildesheim (ph). Wenn die Schüler des Bischöflichen Gymnasiums Josephinum ihre Schultasche packen, dann müssen nicht nur Weltatlas und Mathebuch hinein, sondern auch ein Tischtennisschläger plus Ball. Denn ein Innenhof der Schule ist mit stabilen Platten und einer Liegefläche zum „Chillen“ als Tischtennishof  gestaltet.

Einer der Ziele des Vereins ehemaliger Josephiner ist die Unterstützung der aktiven Schülerschaft. In diesem Jahr haben die Ehemaligen besonders tief in die Kasse gegriffen: Mit 12 000 Euro unterstützte der Verein die Einrichtung dieses Tischtennishofes, der im Rahmen des Josephinerfestes offiziell übergeben wurde. Ein kleines Schild „Wir sind für euch da“ erinnert daran.

Schulleiter Benno Haunhorst und Winfried Haller, der Vorsitzende des Josephinervereins, eröffneten den Hof mit einem kurzen Tischtennis-Spiel. Haunhorst dankte dem Verein für die Unterstützung auch beim Umbau des Remters und der Einrichtung der Sternwarte. „Sie haben richtig investiert“, bescheinigte er den Conjosephinern. Haunhorst berichtete über die Situation der Schule und strich nicht nur überdurchschnittliche Abiturnoten heraus, sondern auch sozialen Einsatz der Schüler. Die unterstützen nicht nur die Partnerschule in Indien, sondern sammelten zum Beispiel fünf Tonnen Lebensmittel für den Guten Hirten.

Zuvor hatte der Verein im Rahmen der Matinee die Jubilare geehrt. Traditionell erzählten diese Anekdoten, die die damalige Lage der Schule schilderten. Manche erinnerten sich noch daran, dass sie im heutigen Tischtennishof Backsteine für den Neubau der kriegszerstörten Schule gereinigt hatten, andere an ein Mathe-Abitur im teilweise ausgebombten und fensterlosen Kapitelhaus – mit Holzpapier, Bleistift und klammen Fingern in Handschuhen – aber „unter Friedensbedingungen“. Einer der Jubilare übrigens, der inzwischen 80-jährige Werner Wilde, geht nach wie vor zum Unterrichten in seine alte Schule – er betreut die Altgriechisch-Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums.

Die Jubilare erhielten goldene Nadeln, die Lehrerinnen Annette Broll und Roswitha Czimmek zeichnete der Verein mit seiner Medaille aus, und der diesjährige Josephinerpreis geht an das Leichtathletikteam der Schule, das Heiko Wilcke betreut. Hermann Strüber stellte eine Abordnung vor – darunter die derzeit schnellste Hildesheimerin: Christin Grebe läuft die 100 Meter in 12,3 Sekunden.

In der Jahresversammlung des Josephinervereins am Vorabend waren der Vorstand mit Haller an der Spitze und der Beirat einstimmig wiedergewählt worden. Delfino Roman und Hermann Strüber gehören neu dazu. Und es gab eine Premiere: Erstmals wurden zwei Frauen in den Beirat gewählt, Monika Buerstedde und Kathrin Stoebe. Das ist deshalb bemerkenswert, weil das Gymnasium Josephinum bis vor einigen Jahren eine reine Jungenschule war.

Mit einem Grillabend am Lagerfeuer im Leunishof ging das Josephinerfest 2011 zu Ende.