HAZ vom 17.01.2012: „Applaus ist immer der schönste Lohn“ PDF Drucken
Der ehemalige Josephiner Jens Illemann will mit Orchesterfestival nächsten Coup landen

jens illemannOttbergen/Wewelsfleth (pr). Dass ihm die Musik im Blut liegt, hat sich mittlerweile bis nach Shanghai herumgesprochen, wo der Ottberger Jens Illemann mit seinem Wewelsflether Blasorchester bei der Weltausstellung Expo 2010 auftrat. 2011 heimste der 24-jährige Lehramtsstudent seinen ersten internationalen Titel ein, landete beim Komponistenwettbewerb „Watt’n’Klang“ ganz vorne. Im Sommer plant er seinen nächsten Coup. Dabei könnten ihm die Orchester aus der Region Hildesheim helfen.
Seit Jahren gehört das Blasorchester Wewelsfleth zu den Vorreitern in Sachen Jugendarbeit – 2009 wurde es dafür mit dem Kulturförderpreis des Kreises Steinburg ausgezeichnet. Jetzt haben sich Dirigent Jens Illemann und seine Musiker etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Mit dem ersten Jugendblasorchesterfestival Schleswig-Holsteins wollen sie nicht nur die eigenen, sondern auch Nachwuchsmusiker aus ganz Norddeutschland unterstützen.
Jens Illemann ist in Ottbergen aufgewachsen. Seine musikalischen Wurzeln liegen im Musikzug Dinklar, wo er bis heute regelmäßig mitspielt. „Der Bezug zur Heimat ist mir besonders wichtig“, sagt Illemann. Deshalb lädt er auch die Orchester aus dem Raum Hildesheim ein: „In meiner Heimat wird eine hervorragende Jugendarbeit geleistet. Da kann sich das ein oder andere Orchester in Schleswig-Holstein eine Scheibe von abschneiden“, sagt Illemann.
Am ersten Ferienwochenende im Sommer, 30. Juni bis 1. Juli, soll Jugendgruppen dort eine Plattform geboten werden, auf der sie sich austauschen und erste Auftrittserfahrungen sammeln können. Das sei vor allem deshalb wichtig, weil den meisten Jugendorchestern die Bühnenerfahrung fehle, betont der Gründer des Wewelsflether Jugendblasorchesters. „Die meisten Gruppen haben dafür zu wenige Mitglieder und könnten auch kein ganzes Konzertprogramm füllen.“ Dabei mache das Spielen vor Publikum einen Großteil der Faszination an der Musik aus, ergänzt Mitorganisatorin Ina Mehlert, denn:„Applaus istimmer der schönste Lohn für einen Musiker.“
Zwei Tage lang wird deshalb auf dem Wewelsflether Schulhof trompetet und geflötet, was das Zeug hält. Der Haupt-Festivaltag wird dabei auf dem Sonntag liegen. Für den Sonnabend ist außerdem die Gründung eines Festivalorchesters geplant, zu dem sich die Teilnehmer gesondert anmelden können. Die Stücke werden vorher als Download zur Verfügung gestellt, damit sich die Musiker darauf vorbereiten können. Neben der Konzerterfahrung liegt dem Organisationsteam vor allem die Vernetzung unter den Jugendlichen am Herzen: „Die sollen auch mal sehen können, was die Kollegen in anderen Regionen so machen“, sagt der Ottberger.
Bevor es losgeht, wartet jedoch noch eine Menge Arbeit auf die Veranstalter. Besonders das Auftreiben von Sponsoren war bisher nur von mäßigem Erfolg gekrönt. „Die Reaktionen sind zwar durchweg positiv – aber bisher haben wir erst einen potenziellen Sponsor“, bedauert Illemann.  Im Moment warten er und das Organisationskomitee auf die Resonanz der teilnehmenden Orchester, denn das Festival steht und fällt mit den Anmeldungen.
Teilnehmen können nicht nur Blasorchester – auch Feuerwehrkapellen oder Turnorchester sind willkommen.
Obwohl das Vorhaben also noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist, hat der passionierte usiker schon genau vor Augen, was er mit dem Wochenende erreichen will: „Ein großartiges Festival mit vielen Jugendorchestern, tollen Erfahrungen, inspirierenden Gesprächen und
schöner Musik.“