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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

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1200 Jahre Schule am Dom

Dienstag, 10. Oktober 2017 17:20

Zehn Jahre deutsch-polnische Schülerbegegnung

Josephiner feiern bei ihrem Besuch in Zielona Góra gemeinsam mit ihren Gastgebern das Jubiläum

Die Woche in Zielona Góra vom 12. bis zum 15. September 2017 war das dritte Treffen unserer deutsch-polnischen Schülergruppe, die sich zuvor im September 2016 in Berlin und dann im April dieses Jahres für eine Woche in Hildesheim zusammengefunden hatte. Allen Schülerinnen und Schülern, die mit dabei gewesen sind, sei herzlich gedankt. Sie haben durch ihre Offenheit und das ehrliche Interesse füreinander wesentlich zum Gelingen der Begegnungen beigetragen.
Dass die Woche in Zielona Góra abwechslungsreich und anregend sein würde, konnten wir dem Programm entnehmen, das uns vorab zugesendet worden war: Zielona Góra würde von uns erkundet, die ehemalige Festung im Oder-Warthe-Bogen besichtigt und Poznań besucht. Daneben freuten wir uns auf die kulturell-geselligen Programmpunkte. Neugierig und gespannt waren wir auf den Abschlusstag, für den eine kleine Überraschung angekündigt war.

Zielona Gora 9.2017 1Als wir am Dienstag, den 12. September, in Zielona Góra eintrafen, schien die Sonne vom blauen Himmel herab und hüllte die bunten Fassaden der Bürgerhäuser in ihr spätsommerliches Licht. Der Wetterbericht hatte anderes erwarten lassen; und so fühlten wir uns doppelt beschenkt, als unsere polnischen Freunde uns herzlich begrüßten und uns - nach gemeinsamem Mittagessen – ihr Zielona Góra zeigten. Wir erfuhren, dass der Ort auf eine lange Tradition des Weinanbaus und Kelterns zurückblickt, an die nicht nur große und kleine bronzene Bacchusfiguren im Stadtbild erinnern, sondern ebenso die hügelartige Erhebung in der Nähe des Zentrums, auf der wie ehedem Weinstöcke gepflanzt sind. Dort auch befindet sich das so genannte Palmenhaus, ein hohes Glasgebäude, in dem Parterre ein Restaurant – unter Palmen – betrieben wird, während über den Baumkronen eine Besucherplattform schöne Aussichten verspricht. Ganz Zielona Góra konnten wir von dort aus überblicken ...
Berührend schön ist die Hedwigskathedrale, das älteste Bauwerk der Stadt. Im ihrem Innern sind u.a. eine barocke Orgel und eine Wandmalerei aus dem 16. Jahrhundert zu bewundern. Wer den Landstrich um Zielona Góra bereist, sollte unbedingt auch diese Kathedrale aufsuchen. Mit dem Abend, der von den Gastfamilien gestaltet wurde, ging ein Tag zu Ende, der uns mit Kunst, Kultur und Lebensart in Berührung gebracht hatte; und dem katholischen Glauben, der im Herzen der Stadt einen festen Platz einnimmt.
Die ehemalige Festung im Oder-Warthe-Bogen, die wir tags darauf besichtigten, spricht eine andere Sprache. Die monströse Militäranlage aus Stahl und Beton zeugt von Enge, Kälte und unmenschlicher Härte. Sie steht zugleich für die Zeit, die sie hervorgebracht hat. An der Verteidigungslinie wurde zwischen 1934 und 1945 gearbeitet. Viele Millionen an Reichsmark wurden aufgewendet, um auf einer Länge von über 100 km eine Reihe von hochkomplexen Kampfbunkern anzulegen, die zu einem Teil durch ein in 30 m Tiefe gelegenes Tunnelsystem miteinander verbunden waren. Einen kriegsverändernden Einfluss jedoch hatte die Befestigungsanlage nicht. Heute dient das unterirdische Gängelabyrinth einer Heerschar an Fledermäusen als Quartier.
Auf der Rückfahrt machten wir an der Oder Halt und kehrten in einem traditionellen Wirtshaus ein, in dem uns schmackhafte polnische Gerichte serviert wurden. Ein anschließender Spaziergang führte uns die Oder entlang und öffnete uns die Augen für die Schönheiten dieser Flusslandschaft. Wegen aufkommenden Windes und Regens mussten wir diesen Ausflug allerdings abkürzen. Eine Stunde später waren wir zurück in Zielona Góra und lernten unter Anleitung - in der neu errichteten Sporthalle des Liceums - traditionelle und moderne Tänze kennen.

Zielona Posen 9.2017 2Poznań (bzw. Posen), eine Stadt mit einer langen Geschichte, war ein weiteres Ausflugziel: In aller Frühe brachen wir dahin auf. Die wechselvolle Geschichte der Stadt wurde uns von einer jungen Germanistikstudentin nahegebracht, die ihre Liebe zu deutschen Sprache in Taizé entdeckte, beim Singen deutschsprachiger Kirchenlieder mit jugendlichen Pilgern. Auf der Stadtführung kam das Schloss in den Blick, das Wilhelm II. erbauen ließ, protzig und wuchtig wie mancher Bau des auf Repräsentation und Geltung bedachten, durchaus eitlen Kaisers. Nur kurz sei hier erwähnt, was wir alles sehen konnten: ein Denkmal für Adam Mickiewicz, den „Goethe“ Polens, ein weiteres Denkmal zum Posener Arbeiteraufstand 1956, dann das imposante Altgebäude der Uni, das neoklassizistische Theater mit Pegasusfigur auf dem Giebel, den Platz der Freiheit, ehemals Wilhelmplatz, der an den polnischen Aufstand gegen Ende des Ersten Weltkriegs erinnert, die ehemalige preußische Bibliothek und die polnische, die als kulturelle Konkurrenzprojekte dicht nebeneinander erbaut wurden. Schließlich traten wir auf den wunderschönen Rynek mit jenem Rathaus, in dem ein ganz besonderes Uhrwerk zu sehen war: Jeden Tag um zwölf Uhr erscheinen dort zwei mechanische Ziegenböcke und stoßen einander im Takt des Stundenschlags.
Etwas südlich des zentralen Marktplatzes betraten wir schließlich die Kirche des hl. Stanislaus, ein für die Jesuiten des benachbarten Kollegs errichtetes Gotteshaus in barocker Schönheit.
Der letzteTag unseres Aufenthalts in Zielona Góra führte uns wieder in das III Lyceum Ogólnokształcące, unsere Partnerschule. Es war ein besonders schönes Zusammentreffen. Gemeinsam konnten wir das 10-jährige Jubiläum unserer deutsch-polnischen Schulpartnerschaft begehen: Die stellvertretende Schulleiterin Frau Paruzel-Budzińska fand freundliche und ermutigende Worte, kleine Jubiläums-Geschenke wurden überreicht und zwei liebevoll gestaltete Geburtstagstorten angeschnitten. Schließlich wurde mit weiteren Schülerinnen des Liceums ein Lied einstudiert, das dem Wunsch nach mehr Frieden musikalischen Ausdruck verleiht. „Ein bisschen Frieden“ ist der Titel dieses Liedes, mit dem die Schlagersängerin Nicole im Jahr 1982 den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewinnen konnte.

Zielona TorteDer Freitagnachmittag und damit die Stunde des Abschieds kam schneller als erwartet: Nach einer ereignisreichen gemeinsamen Woche mit vielen schönen Erfahrungen mussten wir die Rückreise antreten. Ein herzliches Lebewohl unserer polnischen Freunde begleitete unsere Heimfahrt nach Hildesheim.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an unsere polnischen Kolleginnen Beata Kazinska und Alina Nadolna, die ein sehr interessantes Programm zusammengestellt und begleitet haben.

Joachim Leesch