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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Montag, 27. August 2018 19:52

Neues von den Domuhus

von ANGELIKA KRUEGER

Fotos:  Antje Sell und Joachim Achtzehn                                                                                    Alle Fotos von den Dom-Uhus in der Galerie!

 

Darf ich vorstellen: Das sind die beiden Dom-Uhus, die in diesem Jahr am Dom aufgewachsen sind.
HP Foto 01    HP Foto 02
     

HP Foto 04

  Doch der Reihe nach:

Im letzten Jahr haben die Großeulen zum ersten Mal den Nistkasten in einer Gaube des Kreuzgangs zur Aufzucht ihrer Jungen gewählt. Da sie 2014 bis 2016 den Uhukasten im Westwerk bevorzugt haben, war es in diesem Jahr zunächst fraglich, welchem der beiden Brutplätze sie den Vorzug geben würden. Bereits ab März 2018 sprachen die Beobachtungen dafür, dass es wieder der Kreuzgang sein würde, da man zunächst die Federohren der Uhumutter und etwas später auch die Uhuküken im Gaubenkasten sehen konnte.
 HP Foto 05   Anfang April sind die beiden jungen Eulen aus dem Ei geschlüpft. Die Nahrungsversorgung durch die Eltern war gut, sodass sich die kleinen Eulen prächtig entwickelten.  
 HP Foto 07   Am 12. Mai verließ der erste der beiden Jungen den Kasten und landete im Kreuzgang. Bei dem Geschwisteruhu ging das nicht so reibungslos. Er saß einen Tag auf dem Dach bzw. in der Dachrinne und wollte den Absprung nicht wagen.  
Als dann der Wanderfalke vom Turm der Andreaskirche den kleinen Uhu dort entdeckt hatte und wiederholt Angriffe auf ihn flog, kam plötzlich einer der Altvögel aus seinem Tagesversteck geschossen und griff den Wanderfalken an. Beide lieferten sich einen Luft-Kampf. Da der Wanderfalke nach kurzer Zeit zurückkehrte und weiterhin den Jung-Uhu ins Visier nahm, musste schließlich die Feuerwehr helfen. Sie holte den Jungvogel vom Dach und brachte ihn in die sicheren Gefilde des Kreuzgangs.
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 HP Foto 09   Auch der zukünftige Bischof von Hildesheim, Pater Dr. Heiner Wilmer, begutachtete den Uhu-Nachwuchs.
 HP Foto 10                Da die jungen Uhus im Alter von sechs Wochen noch nicht fliegen und sich nur zu Fuß die Welt erschließen können, versteckten sie sich in dieser sogenannten „Infanteristenphase“ tagsüber in der Vegetation des Annenfriedhofs.
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 HP Foto 13   Nachts wurden sie von den Uhu-Eltern mit Nahrung versorgt. Davon zeugten u.a. die Taubenfedern, die auf dem Annenfriedhof zu finden waren. Tagsüber hielten sich die Altvögel im Kasten der Gaube oder auch auf einem Fallrohr der Dachrinne auf und hatten so ihren Nachwuchs immer unter Beobachtung.
 HP Foto 14   An dieser Stelle sei noch einmal herzlich einigen Schülerinnen des Josephinums gedankt. Clara Müßig, Celine und Denise Cosa, Lina Schur, Nadine Gorzolka und Alexandra Ohlms hatten in Zeiten hohen Besucheraufkommens im Kreuzgang, insbesondere an den Wochenenden, die Betreuung der jungen Uhus übernommen. Sie wiesen die Besucher darauf hin, die Wege nicht zu verlassen und Abstand zu den kleinen Eulen zu halten.
Nach etwa einem Monat war es soweit, dass die beiden Infanteristen fliegen konnten. Nun verschliefen sie häufig die Tage auf einem Fenstersims an der Apsis des Doms.
 HP Foto 16   Mitte Juni wählten die Jung-Eulen für etwa anderthalb Wochen den Vierungsturm als Tageseinstand. Vermutlich war der Wanderfalke von der Andreaskirche schuld daran, dass sie nach dieser Zeit wieder in das sichere Geviert des Kreuzgangs zurückkehrten. Er zeigte tagsüber immer wieder seine Präsenz bei den Uhus, indem er den Vierungsturm umflog oder einfach nur in der Nähe saß und laut schrie.
 HP Foto 17   Die Wanderfalken, die selbst auch Jungvögel zu versorgen und zu schützen hatten, betrachteten den Uhu als Eindringling in ihr Revier. Uhus können dem Wanderfalken durchaus gefährlich werden, nur sind sie nachtaktiv und deshalb in der Regel nicht tagsüber unterwegs, außerdem sind sie nicht ganz so wendig wie ein Wanderfalke.
Die Ornithologen sprechen in Hildesheim von der „Ornithologischen Dreifaltigkeit“. Dazu gehören neben den Uhus und den Wanderfalken die Turmfalken von der Michaeliskirche. Es sind also alle drei Beutegreifer vertreten, was natürlich immer wieder zu Spannungen führt. Dass sich der Uhu ab und zu einen Turmfalken geholt hat, haben Federfunde im Kreuzgang belegt.
 HP Foto 19   Ab Ende Juni konnten die jungen Eulen dann wieder häufig auch tagsüber im Kreuzgang bewundert werden. Wenn sie nicht in ihrem Brutkasten den Tag verschliefen, sah man sie auf dem Balken unter der Brutgaube, im Fenster der Gaube oder auf dem Fenstersims der Apsis sitzen. Dort schliefen sie oder betrieben Gefieder- und Fußpflege.
 HP Foto 22   Nachts, wenn der Kreuzgang geschlossen war, übten die jungen Uhus das Fliegen, das Landen, auch auf der Erde, sowie das Rupfen, z.B. von Tauben. Dabei benahmen sie sich wie „Halbstarke“. Davon zeugten umgestoßene Grablaternen, verschmutzte Grabkreuze und zerrupftes Blattwerk. Das Ganze wurde großzügig vom Bistum Hildesheim toleriert, denn Naturschutz ist auch ein Anliegen der Kirche.
 HP Foto 25   Bis zum Patronatsfest des Doms am 15. August, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, blieben die jungen Uhus tagsüber im Kreuzgang. Zwar flogen sie nachts auf Erkundungstour rund um den Dom, kehrten aber morgens immer wieder dorthin zurück. In den letzten Tagen vor dem 15. August sah man sie am Abend immer wieder oben in der Dachrinne unterhalb des Vierungsturms sitzen.      
 HP Foto 26   Am 16. August haben die jungen Uhus sich aus dem Geviert des Kreuzgangs verabschiedet und erkunden nun die Umgebung des Doms. Im September, spätestens Oktober, werden sich die beiden Jung-Eulen ein neues Revier suchen. Wir hoffen, dass sie sich weiterhin so gut entwickeln, sodass sie in ein bis zwei Jahren selbst eine Familie gründen können.
 HP Foto 27   Wer sich für die Geschichte der Uhus am Hildesheimer Dom interessiert, dem sei das Buch „Die Uhus vom Dom. Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte“ von Wilhelm Breuer empfohlen. Ein Ansichts-exemplar liegt im Sekretariat aus. Das Buch kostet im Buchhandel 17 €. Es kann aber auch über die EGE (Europäische Gesellschaft zum Schutz der Eulen) erworben werden. In diesem Fall verbleiben 5 € bei der EGE, die sie für den Eulenschutz verwendet. Eine Bestellung bei der EGE ist über das Sekretariat möglich.