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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

19. Mai 2022

HAZ vom 19.05.2022: Latußeck kann endlich abheben

Es ist sein dritter Anlauf – doch nun kann der Hildesheimer Astronom endlich in den NASA-Forschungsflieger an Bord gehen zum Flug in die Stratosphäre


Ein strahlender Astronom: Arndt Latußeck hebt nächste Woche mit einem NASA-Flieger ab.                                  Foto: Julia Moras


Von Norbert Mierzowsky

Der Countdown für den Hildesheimer Astronom Arndt Latußeck läuft: Am Samstag will er in den Flieger steigen, um in die USA zu fliegen. Es ist seine dritte und höchstwahrscheinlich auch letzte Chance, sich einen Herzenswunsch zu erfüllen – mit dem Forschungsflugzeug einer umgebauten Boeing 747 SP auf mehr als 10 000 Metern Höhe jeweils zwei Nächte unterwegs zu sein, um aus der Luft mit dem Stratosphären-Observatorium Sofia in die Tiefen des Weltraums zu schauen.

Es wird eine spannende und gleichzeitig anstrengende Unternehmung, das weiß der 52-jährige Lehrer am Josephinum jetzt schon. Neun Stunden Jetlag erwarten ihn bei seiner Ankunft im kalifornischen Palmdale, aber es wird gleich weitergehen mit Sicherheitstraining und Informationsveranstaltungen. Dann darf er endlich in seine vor Ort maßgeschneiderte NASA-Flugjacke schlüpfen und an Bord des Forschungsfliegers steigen.

Einmal auf einer „Meatball“-Mission – das NASA-Emblem wird gerne als Meatball, als Fleischbällchen tituliert – mitzukönnen, war schon immer ein Traum von ihm, erzählt er auf der Terrasse seines Gartens. Obwohl er an der frischen Luft ist, trägt er eine Schutzmaske, er will jetzt kein Risiko mehr eingehen, den Flug zu verpassen. Im Dezember fiel ein Triebwerk der Maschine aus, ein Jahr später machte ihm Corona einen Strich durch die Rechnung. Nun muss es einfach klappen. Denn die Sofia-Flüge werden im Herbst dieses Jahres von der NASA eingestellt.

Leben im Weltall

„Für rund 90 Millionen Dollar jährlich gebe es zu wenig wissenschaftlichen Output“, nennt Latußeck die offizielle Begründung. Doch als seit Jahrzehnten faszinierter Astronom sieht er das ganz anders. Mit dem speziellen Infrarotmessverfahren des fliegenden Observatoriums sei es möglich, in den Tiefen des Alls in scheinbar undurchdringbare „Sternenentstehungskokons“ zu blicken, um herauszufinden, ob sich dort auch neue Planeten bilden können, die Wasserstoff auf ihrer Oberfläche binden können. Eine wichtige Voraussetzung für organisches Leben.

Doch das sei nur eine der vielen Möglichkeiten, für die das aus Deutschland beigesteuerte Spezialteleskop geeignet ist, sagt Latußeck. Man kann auch per Spektrografie Kleinplaneten im eigenen Sonnensystem auf die chemische Zusammensetzung analysieren.


Fangemeinde am Josephinum

Dass in Hildesheim eine eigene Fangemeinde auf Latußecks erste Berichte gespannt ist, davon kann er ganz sicher ausgehen. Denn er hatte nach seinem Einstieg als Lehrer im Josephinum Astronomie als Prüfungsfach etabliert. Und wenn er am 25. Mai in der Morgendämmerung in Palmdale wieder aus dem Flieger steigt und in Richtung Hotel fährt, warten mit einer Zeitdifferenz von neun Stunden bereits seine Schüler vor dem Monitor in Hildesheim zu einer schulinternen Zoom-Konferenz, bei der er sich von ihnen löchern lassen wird, bevor er dann todmüde ins Bett fallen wird.

Den Schlaf wird er brauchen, denn pünktlich zur Abenddämmerung muss er wieder am Flughafen zum zweiten Start bereit sein. „Ich kann mich im Flieger frei bewegen und auch alle Beobachtungen teilen“, erzählt Latußeck. Nur wenige Forscher und ausdrücklich auch Lehrer dürfen bei zwei der jährlich rund 200 Starts dabei sein. Sie dienen als Multiplikatoren, um ihren Schulen die Begeisterung für Astronomie zu wecken – wofür sich Latußeck in Hildesheim bereits als Garant erwiesen haben dürfte.


Mehr als 10 Kilometer Flughöhe

Sofia ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, also der National Aeronautics and Space Administration, und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), wobei die amerikanische Seite 80 Prozent der Kosten trägt. Die technisch umgebaute und nachgerüstete Boeing 747 stößt bei den Flügen immer wieder an ihre Leistungsgrenze, denn damit die Infrarotstrahlung überhaupt richtig funktionieren kann, muss sie aus den Wasserstoff führenden Erdschichten bis in die Stratosphäre aufsteigen – also mindestens 10 000 Meter hoch.

Mit der Dauer des Fluges leeren sich die Tanks, der Flieger wird deutlich leichter und erreicht am Ende 14 000 Meter Höhe. Während des Fluges muss der Pilot eine genau abgestimmte Zickzackroute einhalten, weil das Teleskop seitwärts ausgefahren wird – aber selber nicht seitwärts schenken kann. Latußeck wird jedenfalls jede Minute in der Luft genießen – doch höher hinaus wollte er nie. „Astronomie hat mich seit Kindesbeinen fasziniert, aber Astronaut wollte ich nie werden“, sagt er lachend. Lieber auf festem Boden stehen und ein Auge aufs Okular gepresst, um in die Sternenwelt zu schauen – das ist seine Welt.

15. April 2022

HAZ vom 10.04.2022: Der Mann aus Hildesheim, ohne den es weder Pro 7 noch Parship gäbe


Bernd Samland erfindet Markennamen – 2000 Stück, darunter einige sehr bekannte, gehen mittlerweile auf das Konto
des Hildesheimers.


Hildesheim/Köln
- Die Geschichte mit VOX und Pro 7. Das ist vielleicht die Geschichte, die Bernd Samland, aus Hildesheim stammender Erfinder von Markennamen, am häufigsten erzählt.

Die Geschichte geht so: Samland, im Jahr 1987 junger Werbeagentur-Inhaber, bekam den Auftrag, für einen Sender, den Medienmogul Leo Kirch gerade erworben hatte, einen Namen zu finden. Nach einiger Überlegung schlug er vor: VOX. Was auf Latein so viel wie Stimme oder Ton bedeutet. „Aber der Kunde wollte was mit sieben. Und VOX sieben, das spricht sich nicht gut.“ Was Samland dem Kunden auch sagte. Der daraufhin: Ich bin aber für sieben! Und Samland: Dann nenn es doch Pro 7! Der Rest ist ebenfalls: Geschichte.


Damals, am Josephinum, ahnte keiner, was aus ihm werden würde

Seitdem hat Samland mit dem Team seiner Firma Endmark in Köln etwa 2000 Markennamen erfunden. Darunter so berühmte wie Parship, VW Tiguan, Opel Mokka oder den Namen für die Autobahn-Gastronomie-Kette Serways. Dabei sah es anfangs, hier in Hildesheim in den 1960er Jahren, gar nicht so aus, als würde der Junge mal derart erfolgreich Sprache verkaufen, Namen, erfundene Wörter.

„Da ging ich aufs Josephinum und kannte eigentlich nur zwei Berufe“, sagt Samland. Nämlich den seines Vaters beim Fernmeldeamt der Post. „Und den des Lehrers, klar. Also nahm ich Lehramt.“ So zog er nach Trier an die Uni, fand sich aber nicht wirklich zurecht zwischen den zukünftigen Kollegen, und ging in die USA, um Politik zu studieren. Was ihn da, an der Kansas University, aber erwartete, war etwas ganz anderes. Erfahrungen als DJ. Erfahrungen als Händler, der plötzlich an seine Kommilitonen Jeans verkaufte, die es nur in Deutschland gab. Erfahrungen im Medienbereich, und vor allem die Erfahrung, wie er sagt, „dass du anders sein musst als die anderen, um etwas zu erreichen“.


Inzwischen gibt es 50 Millionen Markennamen auf der Welt

Und nach dieser Maxime baut er bis heute mit seinem Team, zu dem neun Festangestellte und etwa 90 freie Mitarbeiter gehören, Namen auf. Dass die immer einzigartig sein müssen, ergibt sich schon aus der Tatsache, dass es inzwischen 50 Millionen Markennamen auf der Welt gibt. „Im Jahr 2006 waren es erst 25 Millionen“, sagt Samland. Eine unvorstellbare Menge, ein Meer aus Wörtern, von denen jedes wiedererkannt werden will.


Nie die Zielgruppe fragen, ob ein Markenname gut ist

Wann aber ist denn ein Markenname gut? „Das sollte man jedenfalls nie seine Zielgruppe fragen“, sagt Samland und lacht. „Steve Jobs hätte Apple nicht Apple genannt, wenn er sich vorher erkundigt hätte, ob es klug ist, seine Computerfirma nach einem Obst zu benennen.“ Oder die Jeansmarke Diesel – nennt man teure Kleidung nach einem stinkenden Treibstoff? Eher nicht.

Doch im Wagnis kann genau der Schlüssel zum Erfolg liegen, das hat Samland inzwischen mehr als einmal erfahren. Und in der immer neuen Lust am Hinschauen, am Zuhören, am Ausprobieren. Und manchmal liegt der Erfolg auch in der Geduld. Den Namen VOX hatte Samland damals in eine Schublade gelegt, und es dauerte nicht lange, da brauchte wieder ein Fernsehsender einen Namen. Samland beauftragte erst andere Agenturen damit, aber was die ihm vorschlugen, war „wenig befriedigend“. Da fiel ihm ein: Ich hab‘ ja selbst noch was! Der lateinische Name für Stimme, Ton. Den schlug er seinem Kunden vor. Und der Rest ist Geschichte.

19. März 2022

Kirchenzeitung vom 16.03.2022: Schülerinnen und Schüler setzen ein Zeichen gegen den Krieg

„Wir ziehen in den Frieden“ - Schülerinnen und Schüler katholischer Schulen in Hildesheim setzen ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine: mit Andacht, Impuls und ökumenischer Menschenkette.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schülerinnen und Schüler samt ihren Lehrkräften ziehen als Menschenkette vom Dom in Richtung St. Michaelis. 
Foto: Deppe


Donnerstag, kurz nach 11 Uhr in der Albertus-Magnus-Realschule (ALMA) treffen sich Schülerinnen und Schüler zum Friedensgebet für die Ukraine. Zu Beginn bilden sie eine lebende Flagge, die Flagge der Ukraine. Auf den gelben und blauen Papieren, die sie hochhalten, sind Friedenstauben abgedruckt. Nach diesem Auftakt hält die Schulgemeinschaft eine kurze Andacht für den Frieden. Dabei beten sie ein ökumenisches Friedensgebet, in dem es heißt: „In welcher Sprache wir dich auch als Fürst des Friedens bekennen, lass unsere Stimmen laut vernehmbar sein gegen Gewalt und gegen Unrecht.“ Zum Ende wird es emotional, es erklingt das Lied „Komm, wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg. Neben vielen nachdenklichen Gesichtern sind auch etliche feuchte Augen bei den Kindern und Jugendlichen, aber auch bei den Lehrkräften zu sehen.
Kurz vor 12 Uhr treffen die Schülerinnen und Schüler der Marienschule am Dom vor dem Bischöflichen Gymnasium Josephinum ein. In einer gemeinsamen Kundgebung setzen sich auch die beiden katholischen Gymnasien der Stadt für den Frieden ein. Linus von der Marienschule und Kira vom Josephinum begründen, warum diese Kundgebung wichtig ist: „Obwohl der Krieg nicht vor unserer Haustür stattfindet, sind wir alle davon betroffen“ und, „weil es neben dem tragischen Verlust von Menschenleben auch um Demokratie und Freiheit geht.“ Zugleich rufen die Schülersprecher aber auch dazu auf, Schüler mit russischen Wurzeln nicht auszugrenzen. „Eure Mitschülerinnen und Mitschüler tragen keine Schuld an diesem Krieg“, betonen sie.
Schulseelsorger Martin Marahrens greift in seinem Impuls einen Satz der ukrainischen Nationalhymne auf: „Verschwinden werden unsere Feinde wie Tau in der Sonne“. Ein Bild wie er sagt des friedlichen Widerstands, „denn nicht mit Macht und Gewalt, sondern durch die wärmenden Strahlen der Sonne“ wird der Frieden kommen.
Anschließend ziehen Schülerinnen und Schüler beider Gymnasien mit ihren Lehrkräften als Menschenkette vom Dom in Richtung Michaeliskirche. Auf dem Fußgängerüberweg an der Kreuzung Dammstaße, Burgstraße und Pfaffenstieg vereinen sie sich mit der Menschenkette des Andreanuns. Auch die Schülerinnen und Schüler des evangelischen Gymnasiums sind wie im Lied von Udo Lindenberg aufgebrochen, um in den Frieden zu ziehen. Alle zusammen bilden eine Menschenkette für den Frieden vom Dom bis hinauf nach St. Michaelis.

Edmund Deppe

 

02. März 2022

HAZ vom 26.02.2022: Von Medicus bis Hape Kerkeling: Nicht ohne diesen ehemaligen Josephiner

Ob bei dem Bestseller „Ich bin dann mal weg“ oder dem erfolgreichen TV-Mehrteiler „Ku’damm ’59“ – Andreas Lange hat seine Finger mit im Spiel

Der Mann mit dem blauem Stoffhut und dem Rucksack schnauft. Der spanische Dauerregen lässt nicht locker. Doch der Pilger (Schauspieler Devid Striesow alias Hape Kerkeling) läuft und läuft. Immer in der Hoffnung, auf dem steinigen Weg zu sich selbst zu finden – auf der Leinwand begleitet von atmosphärischen Streicher-Klängen. Wenige Töne genügen und Andreas Lange weiß sofort, um welchen Kino-Film es sich handelt, ohne auch nur ein einziges Bild gesehen zu haben. Kein Wunder, hat der gebürtige Hildesheimer doch bei dem Bestseller „Ich bin dann mal weg“ mitgewirkt – so wie in sehr vielen weiteren bekannten Produktionen in Film, Fernsehen und Musical auch.

Im Kino muss man allerdings etwas länger sitzen bleiben, um im Abspann den Namen von Andreas Lange zu lesen. Denn er wird als Orchestrator genannt. Jener Mann im Hintergrund, der die Stücke für die Filmmusik orchestriert. Die wenigsten Komponistinnen und Komponisten legen heute noch mit Papier und Bleistift los, sondern sie entwerfen ihre Musik am Computer. Diese Werke sollen aber später von einem realen Orchester eingespielt werden. „Also das, was der Komponist an musikalischen Ideen vorgibt, das übersetze ich in Noten“, sagt der 43-Jährige. Man könnte auch sagen, Andreas Lange vervollständigt und veredelt die Werke.

Dabei ist die Bandbreite sehr groß: Allein in den beiden vergangenen Jahren arbeitete er bei so unterschiedlichen Werken wie dem Politthriller „Der Fall Collini“, der Romanze „Love Sarah“, der Doku „Das geheime Leben der Bäume“, den TV-Mehrteilern „Ku’damm 59“ und „Der Palast“ oder auch bei bekannten Kinderfilmen wie „Lassie“ und „Drachenreiter“ mit. Zuvor ist der Hildesheimer als Orchestrator auch bei großen Spielfilmen wie „Der Medicus“ oder „Timm Thaler“ engagiert gewesen, letzterer wurde 2017 in der Kategorie „Beste Musik“ sogar für den Deutschen Filmpreis nominiert.

In der Filmbranche ist jeder Tag teuer, die Deadline für gewöhnlich sehr eng, so dass die Komponisten meist gar nicht dazukommen, ihre Partituren bis ins Detail auszuarbeiten. Das übernimmt dann der Orchestrator. Und auch er hat meistens gehörig Zeitdruck. „Es ist nicht selten, dass die Noten erst einen Tag vor der Aufnahme abgegeben werden, manchmal wird auch noch parallel geschrieben – dann sind die Noten noch warm.“ Zuvor hat Lange vom Komponisten eine Datei bekommen und hört, was für Musik zu welchen Bildern und Dialogen vorgesehen ist – mitunter auch schon am Keyboard vom Komponisten selbst eingespielt. Das Vertrauen in das Können des Hildesheimers ist dabei offensichtlich groß. „Viele Komponisten kennen mich inzwischen so gut, dass wir uns fast blind verstehen, einer vom anderen ohne viele Worte weiß, was zu tun ist.“ Immerhin hat Musik großen Einfluss, ob eine Szene gruselig, romantisch oder lustig wirkt. „Ich bin quasi die Schnittstelle, die aus den digitalen Demos die Partitur für das Orchester schreibt“, sagt der 43-Jährige.

Das klingt dann doch etwas untertrieben. Andreas Lange selbst ist studierter Trompeter und auch Komponist. „Der ehemalige Hildesheimer Domorganist Fritz Soddemann hat mich von Anfang an sehr gefördert.“ Trompeten-Unterricht hatte er an der Musikschule Hildesheim bei Nicolai Gliserin und Erich Scharnofske. Nach seinem Abitur am Josephinum hat der Itzumer an der Musikhochschule Hannover studiert, anschließend ein Aufbaustudium „Filmmusik-Komposition“ an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg absolviert. Für seine Kompositionen für symphonisches Blasorchester ist er mehrfach ausgezeichnet worden. Seine Orchestrationen für Film und Fernsehen sind mittlerweile von bekannten Orchestern in renommierten Aufnahmestudios in ganz Europa eingespielt worden.

Dazu gehört beispielsweise das Deutsche Filmorchester Babelsberg sowie Aufnahmen in den weltbekannten Air Studios in London. „Mein absolutes Vorbild ist der legendäre Filmkomponist John Williams aus den USA.“ Nun, der Hildesheimer hat bereits auch schon als Lead Orchestrator bei „Pets United“ mit dem Hollywood-Komponisten David Newman zusammengearbeitet sowie auch Orchestrationen für den sowohl in Hollywood als auch in Deutschland bekannten Harold Faltermeyer übernommen.

2007 wurde Lange sogar ausgewählt, an einem Workshop mit Richard Bellis in Los Angeles teilzunehmen, bei dem er mit dem Hollywood Symphony Orchestra in der 20th Century Fox Newman Stage seine Kompositionen dirigierte und aufnahm. „Ein großartiges Erlebnis“, erinnert sich der Hildesheimer. Ebenso die Begegnung mit Sänger und Pianist Udo Jürgens, den er bei den Orchesteraufnahmen zu dem Film „Der Mann mit dem Fagott“ im Jahr 2011 kennenlernte. „Er hat mich als Mensch sowie als Musiker sehr beeindruckt.“ Man habe bei ihm immer das Gefühl gehabt, dass er die Arbeit eines jeden Einzelnen des Teams sehr wertschätzte.

Wenn der Orchestrator in so vielen bekannten Streifen an der Musik beteiligt gewesen ist, kann er dann überhaupt noch Filme im Kino oder im Fernsehen entspannt genießen? „Ja, als Kinobesucher höre ich privat zwar auch ab und an automatisch analytisch, kann dieses aber zum Glück abschalten und einfach den Film genießen“, sagt Lange, der mit einer Tierärztin verheiratet ist. Der Musiker arbeitet zwar viel allein in seinem Studio, braucht zudem technisches Verständnis und Wissen für die digitalen Feinarbeiten, aber letztlich fühlt er sich als Teil eines großen Ganzen. Das gefällt ihm. Wie gut die Zusammenarbeit gewesen ist, das zeige schließlich die fertige Produktion. So wie beim Pilger-Bestseller „Ich bin dann mal weg“ – ein sehr erfolgreicher Selbstläufer. Nicht zuletzt auch deswegen, weil der Hildesheimer Andreas Lange an entscheidenden Schritten im Film beteiligt gewesen ist.