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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

10. März 2020

Kehrwieder vom 15.02.2020: Im kosmischen Kreisssaal

Josephinum-Lehrer Arndt Latußeck steigt mit der fliegenden Sternwarte SOFIA in die Stratosphäre – und schaut Sternen bei der Geburt zu

Von Kilian Schwartz

Sofia Kehrwieder 1 Sofia Kehrwieder 2
Die NASA hat eine gebrauchte Boeing 747SP gekauft und für den Einbau des Teleskops
umgerüstet. Hier fliegt SOFIA über der Heimatbasis in Süd-Kalifornien.
Arndt Latußek
fliegt mit. Fotos: NASA, Schwartz


Hildesheim. Dem Himmel nah sein und nach den Sternen greifen: Was erstmal ziemlich kitschig klingt, wird für Arndt Latußeck im März ganz real sein. Dann nämlich saust der Josephinum-Lehrer an Bord des Stratosphären-Observatoriums für Infrarot Astronomie (SOFIA) in Richtung Weltall. Das fliegende Observatorium, ein gemeinsames Projekt von NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), startet seit 2015 jährlich knapp 120 Mal für jeweils achtstündige Messeinheiten von der NASA Dryden Aircraft Operation Facility in Palmdale, Kalifornien in Richtung Stratosphäre.

In knapp 15 Kilometer Höhe begleitet Arndt Latußeck die Crew an Astronomen auf Forschungsreise. Dass er Teil der Mission sein kann, verdankt er dem Bildungsprogramm des Deutschen SOFIA-Instituts (DSI). Lehrern, die astronomische Themen in Theorie und Praxis in ihren Unterricht einbinden, soll mit dem Programm die Möglichkeit gegeben werden, ihre Schüler die an Bord gemachten Erfahrungen möglichst realistisch zu vermitteln. Latußeck hatte sich im September 2018 für das Programm beworben, im März kam die Zusage. Eigentlich sollte es bereits im Dezember losgehen, doch am Ende eines Wissenschaftsfluges war ein technisches Problem an einem der vier Triebwerke aufgetreten – sämtliche Flüge wurden deshalb bis auf weiteres gestoppt.

Ein neuer Starttermin ist für März angesetzt, für Latußeck beginnt die Aufregung also nochmal von vorne. Wobei: Dafür, dass er demnächst vis-à-vis mit dem Kosmos sein wird, wirkt der Lehrer im KEHRWIEDER-Gespräch zuerst ziemlich cool. Erst, als er berichtet, wie man durch das 17-Tonnen schwere Teleskop – das Herz der SOFIA –, praktisch mitten in den kosmischen Kreißsaal blicken kann, spürt man die tiefe Demut, mit der Latußeck seiner Stippvisite mit dem Universum entgegensieht. „Mit der Astronomie lassen sich die ganz großen Fragen beantworten“, sagt er. „Wir beobachten dort das Licht, das die Stoffe im Weltraum aussenden, die allesamt Bausteine des Lebens sind.“ Innerhalb der Stratosphäre sind die Messgeräte der SOFIA in der Lage, Licht aus dem infraroten Bereich aufzunehmen. Für Menschenaugen normalerweise nicht sichtbar, durchdringt das Infra-rotlicht Bereiche im Universum, die Licht in normalem Spektrum nicht erreichen kann. Und beleuchtet Orte, die kaum vorstellbar sind. „Wir können der Geburt eines Sterns zusehen“, sagt Latußeck. Ein Kokon aus Staub- und Gasmassen, der an Dichte zunimmt, kollabiert, in Rotation gerät und immer mehr Masse ansammelt. „Innerhalb dieser Gaskugel wird es immer heißer, bis sich durch Fusionsprozesse schließlich ein Stern bildet.“ Ein Prozess, der natürlich nicht von jetzt auf gleich stattfindet, sondern hunderttausende Jahre dauert. Doch am scheinbar unendlichen Sternenhimmel ist eine Sterngeburt nichts Ungewöhnliches.

Zwei mal acht Stunden wird Latußeck gemeinsam mit der rund 30-Mann starken Crew in der Stratosphäre sein, jeweils von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang. „Wir brauchen für die Beobachtungen Nacht“, sagt er. Ob er eine Liveübertragung ins heimische Klassenzimmer des Josephinums plane? „Das geht leider nicht. Aber direkt nach der Landung werde ich via Skype mit den höheren Jahrgängen telefonieren.“ Auch „Hallo Niedersachsen“ habe sich bereits für eine erste Meldung aus dem All angemeldet.

Und Flugangst? Die habe er eigentlich nicht, sagt Latußeck. Bei den jährlich 120 Beobachtungsflügen der SOFIA sei die Reise schließlich beinahe Routine. Und trotzdem: „Das ist die NASA und kein Ferienflieger: Bei Druckabfall kommt keine Stewardess, es fällt keine Sauerstoffmaske aus der Decke“, macht er klar. Ein bisschen Spannung muss schließlich auch dabei sein, wenn man hoch zu den Sternen reist. Das dürfte bei Astronauten genau so sein wie ... wie nennt man eigentlich jemanden, der die Stratosphäre erkundet? „Wir nennen uns Stratonauten!“, lacht Latußeck.

06. Februar 2020

HAZ vom 6.02.2020: Zurück zu den Wurzeln

Speer Begrung im Dom
Mini- Interview im Dom: Stadtdechant Wolfgang Voges spricht mit Stephan Speer. Foto: Chris Gossmann / HAZ

 

Vom Schüler zum Direktor: Stephan Speer ist neuer Schulleiter am Josephinum

Von Christian Harborth

Hildesheim. Stephan Speer ist neuer Schulleiter des Gymnasiums Josephinum. Hunderte Schüler, Lehrer und Weggefährten nahmen schon am Vormittag am Einführungsgottesdienst im Hildesheimer Dom teil. Viele von ihnen kamen anschließend mit ins Foyer der Schule, wo die Feierlichkeiten weitergingen.

Hier folgten jede Menge warme Worte zur Begrüßung, Vertreter der Klassenstufen überreichten zudem kleine Geschenke, die Oberstufenschüler etwa einen riesigen Schlüssel. „Als Symbol für die Verantwortung, die Sie ab heute für uns übernehmen werden“, sagte einer der Schüler.

Zu dieser Zeit hatten die Feiernden schon mehr als zwei Stunden Einführungszeremonie hinter sich. Die hatte am Morgen mit einem Gottesdienst im rappelvoll besetzten Dom begonnen. „Wir freuen uns auf Herrn Speer“, sagte Stadtdechant Wolfgang Voges gleich zu Beginn. Er holte den neuen Schulleiter auch zeitweise nach vorn, um mit ihm über den Glauben zu sprechen. Speer nutzte dies, um ein religiöses Gleichnis rund um Schafe und ihren Schäfer für jedermann verständlich zu übersetzen.

„Der Kern ist, dass man sich vertraut, dass man durch offene Türen tritt und sich nicht hinten rein schleicht, dass man direkte Wege zueinander sucht und auch findet“, sagte Speer. Doch in dem Gespräch ging es nicht ausschließlich um Theologisches. „Wie ist Ihnen jetzt zumute?“, fragte Voges. „Ich habe weiche Knie, schon den ganzen Tag“, antwortete Speer.

„Wir freuen uns, dass Sie sich entschieden haben, die Leitung zu übernehmen“, sagte Jürgen Pingsmann, der die Schule nach dem Ruhestand von Benno Haunhorst rund ein halbes Jahr kommissarisch geführt hatte. Speer ist seit elf Jahren Schulleiter. Er übernahm im Jahr 2009 das Gymnasium Salzgitter Bad, wechselte 2016 zum Gymnasium Himmelsthür und bewarb sich schließlich um Haunhorsts Nachfolge am Josephinum. Hier hat Speer vor Jahrzehnten selbst das Abitur abgelegt. „Wir sind gespannt, welche Ideen Sie mitbringen“, sagte Mitarbeitervertreter Sebastian Renzewitz. Er machte auch deutlich, dass sich das Josephinum in einem ausgezeichneten Zustand befindet. „Sie bekommen eine Schule, die gut aufgestellt ist.“

Jörg-Dieter Wächter, Leiter der Hauptabteilung Bildung des Bistums Hildesheim, ließ durchblicken, dass er Speer schon seit vielen Jahren kennt. „Es ist das erste Mal, dass ich einen guten Freund in so ein Amt hebe.“ Die beiden kennen sich aus der St. Mauritius-Gemeinde Moritzberg. Speer arbeitet hier auch ehrenamtlich im Pfarrgemeinderat. Für seine Aufgabe am Josephinum lud Wächter ihn nun zu „Neubeginn und Neuakzentuierung“ ein.

Er und auch Christian Stock von der Landesschulbehörde sparten nicht mit Vorschusslorbeeren für den neuen Mann. Speer sei in Hildesheim „super gut vernetzt“, wenn man ihn sehe, befinde er sich meistens im Gespräch mit „irgendwelchen Menschen“, berichtete Wächter. Stock legte sogar noch einen drauf: „Das Land Niedersachsen schickt Ihnen seinen besten Schulleiter“, sagte er. Als Ortsbürgermeister von Himmelsthür bedauere er den Weggang Speers vom dortigen Gymnasium aber auch. Das Gymnasium Himmelsthür ist noch auf der Suche nach einem Nachfolger. Speer bemühte sich am Ende der Zeremonie darum, den Druck von allen Seiten zu nehmen. Auch mit einem Versprechen für die Zukunft: „Meine Tür wird immer offen stehen.“

28. Dezember 2019

HAZ vom 28.12.2019: „Mir fehlen die Schüler“

Haunhorst Dombibliothek  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Benno Haunhorst im Lesesaal der
Dombibliothek. Hier recherchiert er seit Monaten für einen Aufsatz über
Alfred Delp.

Foto: Christian Harborth

VON CHRISTIAN HARBORTH

Vor ein paar Tagen wachte Benno Haunhorst morgens auf und fragte sich, ob er an diesem Tag die Gesamtkonferenz des Josephinums zu leiten habe. Das war natürlich Unsinn. Der 66-Jährige ist vor einem halben Jahr in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Schule läuft seit diesem Tag ohne ihn. Aber wer Jahrzehnte unterrichtet hat und 14 Jahre an der Spitze des Bischöflichen Gymnasiums stand, der kann von manchen Gewohnheiten nur schwerlich lassen. „In manchen Dingen bin ich halt immer noch im Rhythmus der Schule“, sagt Haunhorst.
Der ehemalige Schulleiter sitzt im Lesesaal der Dombibliothek und unterbricht seine Arbeit für einige Minuten. Haunhorst schreibt an einem Aufsatz über den Jesuitenpater Alfred Delp. Dieser hatte im Kreisauer Kreis gegen die Nazis gearbeitet. Die rächten sich, indem sie den Widerstandskämpfer 1945 in Plötzensee hinrichteten. Haunhorst recherchiert, was bis dahin geschah. Immer dienstags und mittwochs trägt er die Informationen in der Bibliothek zusammen. An den anderen Tagen arbeitet er zuhause in seinem Arbeitszimmer.
Wenn man ihn so im Lesesaal sitzen sieht, könnte man meinen, er sei nur kurz aus seinem damaligen Büro im Josephinum herübergekommen. Sogar für die Recherche trägt er ein Sakko und die Krawatte zum Hemd akkurat gebunden. Wie damals. Jene Krawatte, die er früher nur als Zeichen lockerte, dass es am Josephinum hitzefrei gibt. Ach ja, das Josephinum! Neulich traf er eine junge Schülerin an der Kasse eines Supermarkts. „Es ist schon komisch, wenn man nach 60 Jahren nicht mehr an einer Schule ist“, sagte er zu dem Mädchen. Ob sie die Tiefe dieser Aussage verstand? Das weiß Haunhorst auch nicht. „Aber mir fehlen die Schüler“, sagt er. Der Wissensdurst, die Tatkraft, die Jugend, die sich ihre eigenen Wege bahne.
Dabei ist der 66-Jährige zufrieden mit dem, was nach seiner Verabschiedung kam. Die Arbeit an wissenschaftlichen Themen wie im Fall des Delp-Aufsatzes befriedigt den Hunger nach intellektuellen Themen. Aber da ist jetzt noch viel mehr. „Ich bin letztens zum ersten Mal mit meiner Frau auf den Brocken gestiegen“, erzählt er. Sie waren auch in Südtirol unterwegs. Und dann ist da noch die Arbeit im Garten, in die er sich regelmäßig stürze. „Neulich habe ich mir die Frage gestellt, ob wir uns nicht zwei Enten zulegen sollten“, sagt er. Aus ästhetischen Gründen, nicht um die Tiere zu essen. „Aber ich habe mich dagegen entschieden.“
Die Alfred-Delp-Gesellschaft hat Haunhorst darum gebeten, 25 Seiten zu ihrem Namensgeber zu schreiben. 100 hat er jetzt zusammen. „Am Ende werde ich es komprimieren“, sagt der 66-Jährige. Und danach? Will sich Haunhorst mit Moritz Güdemann, einem in Hildesheim geborenen Vordenker der Juden Europas beschäftigen. Einen groben „Fahrplan“ hat Haunhorst schon im Kopf. Aber leider noch keine Zeit.

23. Dezember 2019

KEHRWIEDER vom 21.12.2019: Josephiner spenden für Vinzenzpforte

Vinzenzpforte 2019 Hildesheim. Um bedürftigen Menschen zu Weihnachten eine Freude zu machen, haben Schülerinnen und Schüler des Josephinums 80 Geschenke für Besucher der Hildesheimer Vinzenzpforte gepackt und geschnürt.

Neben Kaffee, Schokolade, Bonbons, Duschgel oder Nougatcreme legten die Schüler auch eine persönliche Weihnachtskarte bei.

Am Donnerstag überreichten Vertreter der Klassen und Kurse sowie Schulleiter Jürgen Pingsmann und Schwester Raphaela Gentemann die Päckchen an Jeanne Golla und Antonia Deters von der Vinzenzpforte. Am Heiligabend werden die Geschenke überreicht.

kik/Foto: Peisker

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