Es scheint, dass die Ausführung von JavaScript in Ihrem Browser deaktiviert ist oder verhindert wird (z.B. durch NoScript).
Bitte aktivieren Sie JavaScript um alle Funktionen der Website nutzen zu können!
slider00.jpg slider01.jpg slider02.jpg slider03.jpg slider05.jpg slider06.JPG slider07.jpg slider09.jpg slider11.jpg slider14 jo-lauf 2.jpg slider14.jpg slider16.jpg slider17.jpg slider18.jpg slider19.jpg slider20.jpg

Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

30. November 2017

HAZ vom 1.12.2017: Das Josephinum schaut wieder in die Sterne

Astronomieausstellung

Dr. Arndt Latußeck erklärt Dr. Monika Suchan einige der ausgestellten Bücher. / Foto: Harborth

Von Christian Harborth

Hildesheim - In der Dombibliothek lagert ein ungehobener Schatz. Die Einrichtung bewahrt rund 13. 000 Bücher aus der alten Domschule, dem Vorgänger des heutigen Josephinums, auf. 20 der bis zu 400 Jahre alten Werke kann man ab Freitag im Bischöflichen Gymnasium betrachten. Die kleine Ausstellung wird um 19 Uhr eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Für die 20 Bände ist es fast eine Rückkehr nach langer Zeit. „Etwa an dieser Stelle der Schule war die alte Bücherhalle der Jesuiten“, sagt Arndt Latußeck an der Stelle, an der die historischen Bände in fünf großen Glasvitrinen zu sehen sein werden. Latußeck hat den Bestand in der nicht weit entfernten Bibliothek am Domhof über Monate durchforstet – vor allem nach Werken mit astronomischem Bezug.

Der 47-Jährige ist promovierter Astronom. Unter anderem hat er schon viele Mädchen und Jungen des Gymnasiums dafür begeistern können, die Positionen und Bewegungen von Himmelskörpern zu untersuchen. Im August war er wie berichtet mit einer Schülergruppe nach Missouri aufgebrochen, um die Sonnenfinsternis zu bestaunen, die nur von den USA aus zu sehen war. Auch davon wollen Latußeck, Barbara Friedrich und Schüler des Gymnasiums erzählen.

Bücher kamen im 16. Jahrhundert nach Hildesheim

In den Tagen vor der Eröffnung haben der Pädagoge und sein Helfer jede Menge Arbeit. Die mitunter mehrere hundert Jahre alten Bücher müssen ansprechend in Glasvitrinen drapiert werden. Große Kopien einzelner Seiten sowie der damaligen Autoren sollen einzelne Inhalte noch betonen. So findet sich etwa das Abbild des 1727 gestorbenen Naturforschers Isaac Newton. Der Physiker, Mathematiker und Astronom war einer der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit. Aber leider nahm er kaum Rücksicht auf die Auffassungsgabe des gemeinen Lesers. Dass die Erklärungen dennoch einen Weg zu den Menschen fanden, ist auch den Jesuiten zu verdanken, die im 16. Jahrhundert nach Hildesheim kamen und damit begannen, einen – nach heutigem Verständnis – wissenschaftlichen Schatz zu erschaffen und zu pflegen.

Auch in der Ausstellung im Josephinum können Besucher einen auf Latein verfassten Band zu Newtons Grundzügen moderner Mechanik finden, in dem die Jesuiten die Ausführungen des Wissenschaftlers für die „breite Masse“ erklärten. „Eigentlich handelt es sich um ein dreibändiges Werk“, sagt Latußeck. Bisher sei es ihm aber nicht gelungen, die beiden anderen Bände in der Dombibliotek zu finden.

Bisherige Arbeiten waren nur „Probebohrung“

Vielleicht gibt es sie auch nicht mehr. Die 1590 nach Hildesheim gebrachten Bücher waren von den Nationalsozialisten aus der Schule verbannt und in die Dombibliothek gebracht worden. Dort fristeten die gedruckten Werke seither ein Schattendasein. Die Arbeit von Latußeck sei wie eine „Probebohrung“ gewesen, sagt die Leiterin der Dombibliothek, Dr. Monika Suchan. Sie ist sich mit dem Lehrer des Josephinums einig, dass die Kooperation erst der Anfang sei.

Die Ausstellung soll zwei Monate im Obergeschoss des Josephinums zu sehen sein. Latußeck bietet auch Führungen für Schülergruppen sowie Privatpersonen an.

Die Ausstellung kann montags bis freitags von 8 bis 15.30 Uhr ohne Anmeldung angesehen werden. Allerdings ist es erforderlich, dass Besucher vorab im Sekretariat der Schule Bescheid geben.

07. November 2017

HAZ vom 7.11.2017: Gewaltiges Klanggemälde

Profis und Laien machen Mendelssohns „Elias“ zu einem großen Erfolg


von BIRGIT JÜRGENS
...................................................

Hildesheim. Masse mit Klasse: Über 200 Musiker sind in der ausverkauften Basilika St. Godehard bereit, Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“ (op. 70) unter Annette Brolls Leitung aufzuführen. Unter den Musikern sind 170 Sänger aus Chören des Josephinums, eines Projektchors sowie Mitglieder der TfN-Philharmonie und Solisten.

Großes Lob geht an die Choristen, die einen homogenen Klangkörper bilden. Annette Broll ist es gelungen, die unterschiedlichen Stimmen zu einer wohlklingenden Größe zusammenzuführen. Gemeinsam mit der hervorragend auf die Sänger eingestimmten TfN-Philharmonie schaffen die Choristen vor mehr als 500 Konzertbesuchern plastischen Klang. Vom genauen Piano bis zum raumfüllenden Fortissimo reicht die Palette.

Ein Beispiel für diese künstlerische Größe ist der Chor „Der Herr ging vorüber“. Dieses Stück mit seinem ungeheuren Atem bleibt voller Spannung. Der felsenspaltende Sturm, das bedrohliche Meer und das vernichtende Feuer ziehen regelrecht vor Augen und Ohren. Dramatisch breitet sich das Tonmalerische dieses Stücks wie ein gewaltiges Klanggemälde im Raum aus.

Ein solch anspruchsvolles Werk mit überwiegend Laien auf die Beine zu stellen, ist immer auch ein Wagnis. Annette Broll hat mit ihrer Entscheidung für diesen Stoff viel gewagt und in jeder Hinsicht gewonnen. Sie schafft es, die Stimmen vom Eingangs- bis zum Schlusschor souverän zu führen. Zu loben sind sehr gute Intonation, Textverständlichkeit, Konzentration und Begeisterung. Zudem klebt keiner am Notentext, sondern der Blick der Sänger ist auf die Leiterin gerichtet.

Von den professionellen Solisten ragt Albrecht Pöhl in der Elias-Partie heraus. Der Bariton besticht durch seine klare, starke Stimme. Besonders bildgewaltig gelingt die „Hammer“-Arie. Kraftstrotzend steht der wahrhaft mörderische Ton felsenfest im Raum. Die fast furiose Arie, die dem Sänger zahlreiche Spitzentöne abverlangt, präsentiert der Bariton packend. Zugleich glückt es dem Sänger, lyrische Töne wie in der Arie „Es ist genug!“ ergreifend darzubieten. Zusammen mit dem schönen Ton des Cellisten Viacheslav Taube gehen Verzicht und Schmerz in dem anrührenden Stück auf. Albrecht Pöhl gelingt es insgesamt eindrücklich, als menschlicher und autoritärer Elias vollkommen wandlungsstark in seine Partie tief einzutauchen.

Sopranistin Isabell Bringmann bezaubert mit ihrer glockenhellen Stimme. Seidig steht die wunderschöne Stimme auch in der kontemplativen Arie „Höre, Israel“ für einen ausgezeichneten Ton, der zarte und kraftvolle Akzente setzt.

Mezzosopranistin Ingeborg Broll, Schwester von Annette Broll, geht in den besinnlichen Stücken des Abends auf. Im Arioso „Weh ihnen, dass sie von mir weichen!“ gelingt es der Sängerin, Ruhepunkte in die mitreißende Dichte des Oratoriums zu setzen.

Tenor Konstantinos Klironomos setzt auf sonore Töne. Die Arie „So ihr mich von ganzem Herzen suchet“ erfüllt der Sänger mit opernhaften Zügen. Und das passt genauso ins Werk wie der klare, plastische Ton des Künstlers.

Ovationen und Jubel für Annette Broll, das Projekt sowie die Laien und Profis, die das Prädikat wertvoll wahrlich verdienen.

Info Eine weitere Aufführung beginnt am Samstag, 11. November, um 15 Uhr in St. Cäcilia in Harsum.

02. November 2017

Kirchenzeitung vom 1.11.2017: 500 Jahre Reformation – die Ökumene und das Jubiläum

Kurz vor dem Reformationstag war Landesbischof Ralf Meis­ter von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zu Gast im Bischöflichen Gymnasium Josephinum in Hildesheim. Mit kritischem Blick beleuchtete er den Menschen Martin Luther. Anschließend stellte sich Bischof Meister den Fragen der Schüler und der KirchenZeitung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Mensch Martin Luther steht im Mittelpunkt des
Vortrags von Landesbischof Ralf Meister im Gymnasium
Josephinum. | Fotos: Edmund Deppe

              Landesbischof Meister 1

 

 

Das Reformationsjubiläum, das auch als Lutherjahr oder als Christusgedenken begangen wurde, neigt sich langsam dem Ende zu. Wie ist Ihr Eindruck vom bisherigen Verlauf des Jubiläums?

Ich glaube, dass es ein sehr erfolgreiches Jahr war, weil es ein neues Interesse an den Kirchen geweckt hat, nicht nur an der evangelischen.  Es gab tatsächlich eine Neugier – sowohl auf die Ereignisse im 16. Jahrhundert, aber vor allen Dingen auf die Frage, welche Konsequenzen die Ereignisse damals für die Welt von heute haben. Und für mich persönlich ist das wichtigste Ereignis, dass wir in der Ökumene dieses Jahr nicht als Belastung, sondern als Stärkung des gemeinsamen Auftrags der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche erlebt haben.

500 Jahre Reformation: Das wurde auf unterschiedlichste Weisen gefeiert von Gottesdiensten über Diskussionsrunden bis hin zu Mittelaltermärkten. Stand das Feiern im Vordergrund oder eher die kritische Auseinandersetzung mit der Reformation, ihren Folgen und den Reformatoren?

Zu Anfang habe ich gedacht, dass das Feiern im Vordergrund steht und muss mich nun korrigieren. Es war viel Fröhlichkeit dabei, aber das Wichtigste war für mich schon ein kritisches Nachdenken,  auch ein selbstkritisches Nachdenken innerhalb der evangelischen Kirchen über den Umgang mit Martin Luther,  seiner Person,  seiner Geschichte und  seinen dunklen Flecken. Genauso wichtig war  ein theologisches Nachdenken über die kommenden Schritte in der Ökumene und die Herausforderungen für die evangelische Kirche in ihrem Zeugnis in dieser Welt.

 

Landesbischof Meister 2      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch mit sehr persönlichen Fragen wird Bischof
Meister konfrontiert: „Warum sind Sie evangelisch?
- Was bedeutet Martin Luther für Sie? – Glauben Sie,
dass die Kirchentrennung wieder aufgehoben wird?“


Ging es auch darum, nach 500 Jahren den aktuellen eigenen Standpunkt kritisch zu betrachten und sich als evangelische Kirche neu zu positionieren, neu auszurichten?

Ja, es muss eine kritische Selbstbetrachtung sein. Jetzt schon in den letzten Tagen des Gedenkjahres das Fazit zu ziehen, ist allerdings verfrüht. Ich finde, wir sollten das im besten Sinne ein wenig sacken lassen und dann schauen, was wir aus diesem Jahr, den Feierlichkeiten, den Begegnungen und den Veranstaltungen lernen können. Ich möchte mal einen Punkt herausgreifen. Als Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers haben wir in Wittenberg  den „Erlebnis-Raum Taufe“ eröffnet. Dort haben wir deutlich gemerkt, wie wichtig die Einzelansprache ist und  das Hineinnehmen in eine offene und zum Teil intime religiöse Situation. Das spricht Menschen in besonderer Weise an. Es geschah dort mit einem Film, mit dem Betrachten oder Berühren eines alten Taufsteins und der Möglichkeit einen Taufsegen zugesprochen zu bekommen. Das ist etwas völlig anderes als eine große Kampagne zu machen oder mit Riesenevents kirchliche Botschaften zu verbreiten. Wir  müssen  weiter nachdenken, was diese Erfahrungen für unsere zukünftige Arbeit bedeuten.

Viele Veranstaltungen und Gottesdienste – angefangen vom großen Versöhnungsgottesdienst in St. Michaelis in Hildesheim – wurden gemeinsam von katholischer und evangelischer Kirche gefeiert. Was hat das letzte Jahr für die Ökumene gebracht?

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Thomas Sternberg, dem Vorsitzenden des Zentralkomitees der deutschen Katholiken im Anschluss an den Gottesdienst „Healing of Memorys“ in St. Michaelis. Er sagte mir nach dem Gottesdienst: Wissen Sie, vor einigen Jahren habe ich gedacht, lass das Jahr 2017 schnell vorübergehen. Da schalten wir als römisch-katholische Kirche zurück. Aber der Eindruck ist heute ein vollständig anderer. Es ist eine Belebung, eine Intensivierung, auch ein neuer Versuch auszuloten, was miteinander geht. Für mich bis hin zu Fantasien, was doch noch einmal möglich sein kann und woran wir in der Ökumene arbeiten müssen. Das erlebe ich als einen ganz starken Impuls. Ich nehme  durch aktuelle kritische Äußerungen von Kardinal Wölki oder Kardinal Müller allerdings auch wahr, dass es sehr kritische Stimmen zum ökumenischen Gespräch sowie zur Person Martin Luthers gibt. Ich höre diese Stimmen und würde vorschlagen, dass wir in der Ökumene an manchen Stellen, wie Paulus im Korinther- und Römerbrief empfiehlt, auf die Schwachen Rücksicht nehmen müssen.

 


Insgesamt war es für die evangelische Kirche, aber auch ökumenisch ein Jahr mit vielen Höhepunkten. Doch wie sollte es jetzt weitergehen? Den Jugendlichen haben Sie eben gerade gesagt, man muss die Dynamik dieses Jahres nutzen.

Im Blick auf die Zukunft bin ich zuversichtlich wegen der jungen Menschen, die durch dieses Jahr inspiriert sind und sich engagiert haben – ich denke da beispielhaft an die Young Reformers, die durch den Lutherischen Weltbund auf ihren Wegen sind und ein eigenes Netzwerk unterhalten. Zurückhaltend bin ich, aus bischöflicher oder kirchenleitender Sicht zu sagen, „das muss jetzt kommen“. Denn das Großartige an diesem Jahr war doch, dass in der Fläche, in den Gemeinden, in den Initiativen und neugegründeten Gruppen etwas entstanden ist, womit wir vielleicht gar nicht gerechnet haben. Von der Kirchenleitung aus gesehen, müssen wir eher Freiräume schaffen, in denen Dinge möglich werden, die vorher nicht möglich waren. Vielleicht ist das der Weg, aber das sind Fragen, die wir jetzt noch nicht beantworten können.

                                                                          

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Könnt Ihr auch mal eine
einfache Frage stellen?“, fragt
Meister lachend die Schüler.

  Landesbischof Meister 3

 

Haben Sie da vielleicht eine Vision, wie es aus Ihrer Sicht weitergehen könnte?

Es gibt ja diese schöne Initiative, die das Bistum Hildesheim und die Evangelisch-lutherische Kirche Hannovers zusammen haben – „Kirche hoch zwei“.  Wie wir da missionarisches Potenzial zusammengebunden und jeweils eine ganze Stelle hineingegeben haben, finde ich nach wie vor höchst bemerkenswert. An dieser Stelle strahlen beide Kirchen gemeinsam aus in missionarischer Initiative. Wie kann es da weitergehen? In der Caritas und Diakonie ist die Zusammenarbeit schon lange gut und selbstverständlich. Aber im Missionarischen ist das noch nicht so, da könnte ich mir deutlich mehr vorstellen. Ganz lokal auf Hildesheim und Hannover bezogen, bin ich auch zuversichtlich, dass zwischen den Ehrenamtlichen in leitenden Funktionen Verbindungen wachsen. Ich war wirklich dankbar, dass bei unserer letzten Landessynode die Vorsitzenden der Diözesanräte aus Osnabrück und Hildesheim zur Eröffnung gekommen sind. Das war ein schönes Zeichen der Verbundenheit, und auch dort müsste noch mehr möglich sein. Wir können viel voneinander lernen.

Sie haben gerade ein katholisches Gymnasium besucht, mit den Schülern diskutiert und ihre Fragen beantwortet. Macht Ihnen das Spaß?

Ich gehe unglaublich gerne in Schulen. Es macht mir Spaß, von den Jugendlichen zu lernen und zu hören, wie sie die Welt sehen, welche Fragen sie an diese Welt und an Gott haben oder ob Gott für sie überhaupt noch eine Rolle spielt. Und wenn es nicht Gott ist, interessiert mich, woran sie sonst ihr Herz hängen. Oft ermutigen mich auch solche Gespräche im Blick auf manche Sorge, die ich um die Zukunft dieser Welt habe. Ich freue mich, Schülerinnen und Schüler zu sehen, die frisch und frei nach vorne schauen, die ihren Weg benennen und für die – egal ob sie katholisch oder evangelisch sind – die Trennung der Kirchen so gut wie keine Rolle mehr spielt.

Interview: Edmund Deppe

31. Oktober 2017

HAZ vom 1.11.2017: Die Suche nach dem Wohl-Ton

Elias Probenfoto HAZ 
 Musiklehrerin Annette Broll vom Josephinum probt mit den Chören für die „Elias“-Aufführung am kommenden Sonntag in St. Godehard. FOTO: MORAS

Josephiner und Profis machen gemeinsame Sache bei Mendelssohns „Elias“

Hildesheim - Sie gähnen, schneiden Grimassen und singen voller Begeisterung „ohoho“. Doch das ist erst der Anfang. Annette Broll, seit 18 Jahren Musik- und Deutschlehrerin am Bischöflichen Gymnasium Josephinum, stimmt Jung und Alt am Samstagvormittag in der Pausenhalle des Josephinums ein. Und da ist auch Gähnen sehr sinnvoll. Die Stimmen wollen gut vorbereitet sein, denn immerhin stehen Chorproben zu Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“ (op. 70) auf dem Programm. Am kommenden Sonntag ist die erste Aufführung in St. Godehard, die TfN-Philharmonie und namhafte Solisten wirken mit. Insgesamt werden mehr als 200 Menschen auf dem Podium stehen.
Annette Broll schafft es, mit Disziplin und Humor die Chöre des Josephinums und einen Projektchor aus Ehemaligen, Lehrern und Freunden zusammenzubringen. Der Dirigentin gelingt es, die bildreiche Sprache und Musik des Oratoriums für alle anschaulich zu vermitteln.
„Vieles war schon wirklich sehr schön, aber ich könnte mir noch mehr Spannung und Schärfe in der Sprache vorstellen“, so Annette Broll nach dem Chor „Und der Prophet Elias brach hervor“. Die Chorleiterin schafft es in kurzer Zeit, den Sängern die Bedeutung von Wort und Ton so nahe zu bringen, dass Feinheiten detailliert herausgearbeitet werden. Und dann zündet es im Propheten-Chor, „ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen“.

Seit Januar Proben

Viele Sänger kennen die Musik und die Einsätze so genau, dass sie gar nicht mehr in die Noten schauen müssen. Das wünscht sich die Dirigentin natürlich von allen. Auf dem Weg dahin sind sie jedenfalls. Doch was reizt die Choristen eigentlich an solchen Projekten? Immerhin müssen die Sänger, die seit Januar für das Projekt proben, viel Zeit und Disziplin investieren. Warum der Aufwand?
Die 18-jährige Altistin Vivien Ohlmer, die dieses Jahr ihr Abi am Josephinum gemacht hat, blickt auf zehn Jahre Chorerfahrung zurück: „Frau Broll weiß, was wir mit dem Chor erreichen können, überschätzt das nicht, unterschätzt das nicht“. Und so kann alles aus dem Potenzial der Stimmen geholt werden. Noch ein Aspekt ist ihr wichtig: „Der Chor ist auch wie eine Familie“.
Die 17-jährige Anna Oelve, die im Schul- und Projektchor singt und die klassische Projekte und Musicals gleichermaßen mag, investiert gerne die Zeit. „Die Musik gibt viel zurück“, betont die Sängerin, die unter anderem eine kleine Solopartie im „Elias“ singt.

Jahrtausende alter Stoff

Insgesamt ist es der Spaß an der Herausforderung, der für die Mitwirkenden besonders zählt. Hier ist Entwicklung Programm und jeder hat die Chance, sich einzubringen. Immer wieder lobt Anette Broll während der Probe ihre Sänger. Es ist ein Geben und Nehmen. So kann der Jahrtausende Jahre alte Stoff des strafenden Propheten Elias aus dem Alten Testament der Bibel mit der Musik des 1846 uraufgeführten Oratoriums zeitlos bleiben.
„Brr“, tönt es durch die Pausenhalle. Die Choristen recken und strecken sich. Sie wollen den „Wohl“-Ton aus dem Chor „Wohl dem, der den Herrn fürchtet“ in allen Stimmen erreichen. Und dann geht den „Frommen das Licht auf in der Finsternis“. Man hört es und sieht es.
170 Choristen, 33 Mitglieder der TfN-Philharmonie, die Solisten Isabell Bringmann (Sopran), Ingeborg Broll (Mezzosopran), Konstantinos Klironomos (Tenor) und in der Elias-Partie Albrecht Pöhl (Bass) führen unter Annette Brolls Leitung am Sonntag, 5. November um 15 Uhr in der Basilika St. Godehard und am Samstag, 11. November, um 15 Uhr in St. Cäciclia Harsum das Oratorium auf. Karten für 10 Euro (für Schüler und Studenten 5 Euro) können in den großen Pausen im Josephinum gekauft werden, ferner im Schulsekretariat sowie an der Tageskasse. In beiden Kirchen ist freie Platzwahl.