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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Samstag, 04. April 2020 19:37

Kirchenzeitung vom 5.4.2020: Wir sehen uns dann im Netz

             

Gerade haben die Osterferien begonnen. Doch für die Schülerinnen und Schüler hat sich zur Corona bedingten Schulpause nicht viel geändert. Sie können sich nicht persönlich treffen und weichen auf die sozialen Netzwerke aus.

 

Von ANNA ABRAHAM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autorin Anna Abraham hält den Kontakt zu ihrer Freundin Charlotte Hustedt per WhatsApp und Videochat.

 

Es ist Freitagabend in Hildesheim. Auf dem Bildschirm läuft „Bibi und Tina 4“, Imke Pollenske (18) macht es sich auf ihrem Sofa gemütlich. Zusammen mit ihren Freundinnen kommentiert sie die Szenen genüsslich – Filmabend eben. Doch eines ist anders als sonst: neben Imke sitzt niemand, sie ist allein in ihrem Zimmer, genau wie ihre Freundinnen. Die sitzen im Landkreis verstreut und telefonieren über Whats App.

Von Corona und Schulschließungen wollte sich die Gruppe nicht unterkriegen lassen. Also versuchten sie erst den Film über Skype zu übertragen, zu pixelig, und fanden schließlich den Anbieter „Watch2gether“, der es erlaubt, Filme synchron auf verschiedenen Geräten anzuschauen. Auch sonst ist für Imke Corona kein großes Thema, mithilfe sozialer Medien bleibt sie in Kontakt mit ihren Freundinnen. Während der Gespräche kommt das Virus nicht so häufig vor, „was bringt es, sich aufzuregen“? Ihre Geburtstagsfeier hat Imke Pollenske aber abgesagt. Schon, um ihre Großeltern nicht zu gefährden. Unterschiede bemerkt sie in ihrem Beziehungskreis. Auf einmal spricht sie wieder jeden Tag mit alten Bekannten, die sie sonst kaum sieht.

Schülerin Charlotte Hustedt (17) vom Gymnasium Josephinum in Hildesheim nutzt die freien Momente und telefoniert wieder regelmäßiger mit ihrer Gastfamilie aus Neuseeland, bei der sie ein Jahr gelebt hat. Während sie im Alltag nur bei wichtigen Ereignissen die Zeitverschiebung von zwölf Stunden überwindet, reicht jetzt ein gutes Buch für einen Anruf.

Schwierig für Imke ist der Blick in die Zukunft, eigentlich soll sie im April erste Abschlussarbeiten für ihr Fachabitur ablegen. Noch sind diese nicht abgesagt, vielleicht werden sie verschoben. Die Informationslage ist ungewiss. Mithilfe von E-Mails schicken ihre Lehrer ihr Hausaufgaben. Sie freut sich, dass sie sie erledigen kann, wann sie möchte. „Die Erläuterungen fehlen mir allerdings schon“, sagt die Schülerin. Wenn sie Hilfe braucht, fragt sie ihre Mitschüler.

Charlotte begeistert sich für Lernplattformen wie „the simpleclub“ und hat sogar das Gefühl, selbstbestimmt schneller im Stoff voranzukommen.

Auch Langeweile gehört zum Corona-Alltag

Häufig allerdings ist Imke langweilig. „Die ersten Tage habe ich viele Filme geschaut, inzwischen verbringe ich meine Zeit mit Lesen oder Puzzeln.“ Auf Dauer sind Videochats für sie keine echte Alternative und sie freut sich schon darauf, ihre Freunde wieder zu umarmen. Wichtig ist ihr auch, die eigene Kirche und den eigenen Pfarrer zu sehen und „nicht nur einen Fernsehgottesdienst im ZDF“. In der Krisenzeit wünscht sich Charlotte, dass die Kirche noch mehr die Gemeinschaft unterstützt.

Genau das macht die Ortsgruppe von „Fridays for Future Hildesheim“ und hat damit einen etwas anderen Zeitvertreib gefunden. Als die Nachrichten über die Schulschließungen die Runde machte, dachten sich die Jugendlichen – inspiriert durch eine Idee zur Nachbarschaftshilfe im Internet – einen Lieferservice aus. Ausgetragen werden die Lebensmittel passend zu ihrer Klimaschutzüberzeugung mit einem Lastenrad.

Täglich werden es mehr Bestellungen

Inzwischen sind sie gut ausgelastet, Tag für Tag werden es mehr Bestellungen. Daneben gibt es auch noch Kooperationen mit Kirchengemeinden. Angesprochen werden besonders Menschen der „Risikogruppe“, also Alte oder Personen mit Vorerkrankungen. Mittlerweile sind zwischen den Lieferanten und den Belieferten viele persönliche Kontakte an der Türschwelle entstanden – natürlich im Sicherheitsabstand von zwei Metern.

Absprachen und Planungen laufen in der Ortsgruppe per Videochat. Pia Bötjer glaubt aber nicht, dass sich das auch für die Nach-Corona-Zeit durchsetzt, sondern sie hofft, dass sie sich bald wieder im echten Leben mit ihren Mitstreitern treffen kann. Denn „online“ fehlen einfach die persönlichen Momente, die Umarmungen, die Nähe. „Und es wird weniger gelacht.“

 

 

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