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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

25. Mai 2019

Kirchenzeitung vom 26.05.2019: Stolpersteine für Opfer des NS-Regimes

Vor dem Josephinum wird an Otto Bank und Dr. Otto Seelmeyer erinnert

Stolpersteine 2019 HP2   Stolpersteine 2019 HP1
Gunter Demnig und Schulleiter Benno Haunhorst verlegen Stolpersteine vor dem Josephinum. | Fotos: Deppe KiZ)

Neun Gedenksteine hat der Künstler Gunter Demnig vor dem Bischöflichen Gymnasium Josephinum in Hildesheim verlegt. Sie erinnern an jüdische Schüler und katholische Priester, die hier einst gelernt haben.

Es herrscht Stille auf dem Pausenhof des Josephinums auf dem sonst Schüler toben. Leise Musik erklingt. Schüler, Lehrer und Gäs­te stehen in einem Kreis. Mitten drin verlegt Gunter Demnig Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nazi-Regimes. Unter den Zuschauern befinden sich Angehörige der ehemaligen jüdischen Schüler und katholischen Priester, an die mit diesen Steinen erinnert wird. Auf einem steht Werner Stern. Sein Bruder Guy Stern (97) ist auch da. Er warnt die heutige Generation der Schüler vor einem wieder aufkeimenden rechtsradikalen Gedankengut: „Passt auf die Anfänge auf, sie sind die Ankündigung einer schrecklichen Zukunft.“

Schülerinnen und Schüler stellen die Personen vor, deren Namen nun auf den Stolpersteinen vor ihrer Schule zu lesen sind, erstmals auch Priester, die hier die Schulbank gedrückt haben wie Generalvikar Dr. Otto Seelmeyer, der von den Nazis verhaftet und als gebrochener Mann nach zwei Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde. Wenige Jahre später starb er an den Folgen der Haft.

Aber genau wie Seelmeyer ließen sich auch Otto Bank, Wilhelm Gnegel, Franz Iseke und Johannes Jäger in ihrem seelsorglichen Tun in keiner Weise durch die Nationalsozialisten einschüchtern. „Sie sind ihren Weg – den Weg in der Nachfolge des Evangeliums – konsequent weitergegangen. Sie alle sind unter schwierigsten Umständen bei ihrem ‚Ja‘ zu Gott und den Menschen geblieben. Der Blick auf ihr Leben und Wirken lohnt sich, wir können viel von ihnen lernen“, sagt Dr. Thomas Scharf-Wrede, Leiter des Bistumsarchivs.

Edmund Deppe

19. Mai 2019

HAZ vom 19.05.2019: Jugend forscht: Hildesheimer sind Bundessieger

Weismann und Al Farhan 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mohamad Al Farhan und Till Felix Weismann fuhren den Sieg beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ 2019 in Chemnitz ein. / Foto: HAZ

 

Hildesheim/Chemnitz - Großer Erfolg für zwei Hildesheimer Schüler. Die Josephiner haben beim Wettbewerb „Jugend forscht“ in Chemnitz gewonnen. Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften errangen der Hildesheimer Till Felix Weismann (17) und der Harsumer Mohamad Al Farhan (20) den Bundessieg. Die Jungforscher befassten sich mit der sogenannten Scutum-Wolke, einer sehr hellen Region der Milchstraße. Sie zeigten, dass diese Helligkeit mit Häufungen sehr junger Sterne zusammenhängt

„Sehr großartiger Moment“

„Das ist ein sehr großartiger Moment“, sagt Till Weismann aus Hildesheim, der später Mathematiker werden will. Gefeiert werde aber bloß „ein bisschen“, weil die beiden Bundessieger am Donnerstag eine wichtige Politik-Klausur vor der Brust haben. „Das ist eine große Überraschung für uns. Wir haben uns natürlich sehr gefreut“, so Mohamad Al Farham.

Auch ihr „Coach“ war am Sonntag hellauf begeistert von dem Erfolg. „Ich bin ganz aus dem Häuschen. Das ist der Hammer. Ich habe sie sozusagen wie ein Fußballtrainer betreut. Und jetzt das. Der Wahnsinn“, berichtet Lehrer Arndt Latußek, der die beiden Schüler unterstützt hat. Die Schüler gehören somit zu den acht Bundessiegern, annähernd 200 Jugendliche hatten an dem Wettbewerb teilgenommen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrte die Schüler.

Herausragende Leistungen

Weismann und Al Farhan, gebürtiger Syrer, konnten sich schon am Samstag über einen Sonderpreis der Astronomischen Gesellschaft in Höhe von 500 Euro freuen. Doch am Sonntag konnten sie diese Ehrung in Anwesenheit des Bundespräsidenten noch toppen: Die beiden belegten für ihre herausragenden Leistungen Rang 1.

Für Jubel sorgte auch Platz 1 von Constantin Tilmann Schott (Paul-Gerhard-Schule in Dassel). Er trat mit seinem Projekt „Einsatz von Methoden künstlicher Intelligenz in der kephalometrischen Röntgendiagnostik“ an. Schott gewann schon in Hildesheim regelmäßig Preise. „Phänomenal“, sagt Sarah Zurke von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mit Blick auf die Resultate. 2006 hatte der Borsumer Denis Möller siegreich abgeschnitten.
09. Mai 2019

Kirchenzeitung vom 12.05.2019: Jugend für Europa

Bischof Heiner und Sigmar Gabriel stellen sich Schülerfragen

Heiner und Sigmar KIZ  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stellen sich den Schülerfragen zu Europa: Bischof Heiner Wilmer (links) und der SPD-Politiker Sigmar Gabriel (rechts). Moderator ist Konstantin Gerbrich (mitte) von „Pulse of Europe Hildesheim“. | Foto: Deppe


Die Hildesheimer Gruppe von „Pulse of Europe“ und das Bistum Hildesheim hatten Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe der Gymnasien Marienschule und Josephinum zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Gäste auf dem Podium waren Bischof Dr. Heiner Wilmer und der SPD-Bundestagsabgeordnete Sigmar Gabriel.


Es war mucksmäuschenstill im Foyer des Bischöflichen Gymnasiums Josephinum. Über 200 Schülerinnen und Schüler der beiden Hildesheimer katholischen Gymnasien folgen den Statements von Bischof Heiner Wilmer und Sigmar Gabriel.
So erzählte Bischof Heiner sehr persönlich aus seiner Familie, vom ewigen Feindbild „Frankreich“, von den Kriegen, in denen auch Familienmitglieder gekämpft haben und getötet wurden. „Mein Vater konte sich anfangs gar nicht vorstellen, dass ich von Paris, von Frankreich und seinen Menschen begeistert war“, erzählte Wilmer, der längere Zeit in Paris verbracht hat. Aber der Bischof wies auch darauf hin, dass die einstigen Feinde schon wenige Jahre nach dem Krieg den Grundstein für das heutige Europa legten „und zwar auf der Basis der katholischen Soziallehre“, betonte der Bischof. Für ihn ist Europa das größte Friedensprojekt des christlichen Abendlandes. „Wir leben zum ersten Mal in einer Phase, in der wir so lange Frieden haben“, sagte er. Dies habe man dem geeinten Europa zu verdanken.
Wilmer forderte einen stärkeren Einsatz der Kirchen für ein gemeinsames Europa und rief dazu auf, am 26. Mai zur Europawahl zu gehen. Gerade die jüdisch-christlichen Wurzeln Europas rechtfertigten ein Engagement der Kirchen, so der Bischof. Sie dürften sich manchmal „vielleicht sogar noch stärker“ als bisher einmischen.

Einer allein kann Europa nicht retten
In Papst Franziskus sieht Wilmer in diesem Zusammenhang eine wichtige Stimme. Allerdings könne er allein nicht viel bewirken, sondern nur im Zusammenspiel mit anderen gesellschaftlichen Akteuren. Die junge Generation bezeichnete der frühere Schulleiter als einen „wichtigen Schlüssel“. Aber auch sie sei nur eine Gruppe von vielen.
Auch der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) würdigte die Friedensanstrengungen der europäischen Gemeinschaft. „In weniger als einer Generation sind wir vom Völkermord in Auschwitz zu den Verträgen von Maastricht gekommen“, sagte der Bundestagsabgeordnete.
Seinen Worten nach sollte sich Europa auf die Umsetzung gemeinsamer Ziele konzentrieren, statt sich in „kleinkarierten“ Debatten über den Brexit oder wachsenden Populismus zu verlieren. Nur so könne sich die Europäische Union gegen globale Akteure wie die USA und China behaupten. „In der Welt, auf die wir zukommen, wird es sehr darauf ankommen, dass wir in Europa gemeinsam auftreten“, sagte Gabriel. Eine Debatte über den Brexit dagegen, lasse Europa in den Augen anderer Länder als schwach erscheinen.
In seinem Eingangsstatement zitierte der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Gabriel den früheren Hildesheimer Bischof Dr. Josef Homeyer. Dieser habe nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gesagt, wer den Ausbruch von Gewalt wirklich bekämpfen wolle, müsse Gerechtigkeit für alle erreichen. Diese Aussage habe ihn in seiner Kürze und Klarheit beeindruckt.
Gabriel machte aber deutlich, dass es kein Europa nach deutschem Vorbild geben könne, denn in der Europäischen Union hätten alle gleiche Rechte. „Da kann nicht einer alles allein bestimmen wollen“, so Gabriel.

Keine Sorgen um die Zukunft Europas
Vorab konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen formulieren, die Moderator Konstantin Gerbrich abwechselnd Wilmer und Gabriel stellte. Da ging es um Waffenexporte, das Zusammenleben in Europa oder auch den wachsenden Nationalismus. Wilmer und Gabriel standen den Jugendlichen Rede und Antwort.
„Kann die Jugend Europa retten?“, unter diesem Motto stand die Veranstaltung und sowohl Wilmer, als auch Gabriel sind der Meinung, dass die Jugend dazu beitragen kann. „Wenn ich mir diese Jugendlichen anschaue, wie interessiert sie heute dabei waren, dann brauche ich mir um die Zukunft Europas keine Sorgen zu machen“, lautete das Fazit von Gabriel.


Einen Video-Clip zur Diskussionsveranstaltung über Europa gibt es auf der Homepage des Bistums Hildesheim unter: www.bistum-hildesheim.de

Edmund Deppe

07. Mai 2019

HAZ vom 7.05.2019: „Das größte Friedensprojekt des Abendlandes“

Heiner und Sigmar HAZ HP 2
Sigmar Gabriel (von links), Heiner Wilmer und Konstantin Gerbrich diskutieren im Josephinum.
FOTOS: CHRIS GOSSMANN

Sigmar Gabriel und Bischof Heiner Wilmer diskutieren über Europa

Von Christian Harborth


Hildesheim - Mehr als ein paar Minuten braucht der ehemalige Vizekanzler und SPD-Vorsitzende nicht, um seine jungen Zuhörer im Josephinum vor den Kopf zu stoßen. „Ich muss hier doch nicht den Alleinunterhalter machen“, grantelt Sigmar Gabriel in Richtung Schüler. „Sie müssen sich doch selbst fragen, wie Sie sich ihre Zukunft vorstellen.“

Hunderte Elftklässler des Bischöflichen Gymnasiums und der nahen Marienschule haben in der Aula Platz genommen, um zu hören, was Gabriel und Bischof Heiner Wilmer zum Thema Europa zu sagen haben. „Kann die Jugend Europa retten?“ lautet das Thema des Vormittags, und Moderator Konstantin Gerbrich von der proeuropäischen Initiative „Pulse of Europe“ bemüht sich nach Kräften, Struktur in die Veranstaltung zu bekommen, die der nahenden Europawahl Wähler bringen soll.

Aber das mit der Struktur ist nicht so einfach: Wegen eines Bandscheibenvorfalls kommt der populäre Bundespolitiker 30 Minuten zu spät. Wilmer, Gerbrich und Hausherr Benno Haunhorst müssen den Vormittag zunächst allein bestreiten. Und als Gabriel schließlich eintrifft, wird es auch nicht einfacher. Einen begnadeten Rhetoriker wie den 59-Jährigen zu bremsen, ist kompliziert. Lässt man ihn von der Leine, kann er – vor allem dann, wenn er wie Gabriel nicht im Wahlkampfmodus ist – auch mal tüchtig lospoltern.

„Demokratie ist nicht das Versprechen auf Fehlerfreiheit“

Im Fall der „Alleinunterhalter-Frage“ kontert Gabriel aber lediglich eine provokante Frage: „Warum ist die Wahlbeteiligung bei jungen Leuten derzeit so gering“, hatte Moderator Gerbrich den braun gebrannten Bundestagsabgeordneten gefragt. „Das müssen Sie schon selbst beantworten“, spielte Gabriel den Ball zurück. „Warum sollte ich mir dazu Gedanken machen?“

Bierernst sind diese Aussagen selbstredend nicht gemeint. Natürlich macht sich jemand wie Gabriel über das Wahlverhalten junger Menschen Gedanken. Aber der Goslarer ist eben auch dafür bekannt, dass er gern provoziert. Und dass er ein schwieriger Gesprächspartner sein kann. Und darüber hinaus immer auch ein glühender Verfechter für Demokratie. „Demokratie ist nicht das Versprechen auf Fehlerfreiheit“, sagt er etwa. „Aber das Versprechen, Fehler gewaltfrei korrigieren zu können.“

Im Vergleich dazu kommt der Bischof am Montag lammfromm daher. Er erzählt – auch anhand persönlicher Geschichten –, wie sich Europa von einem Gebiet des Krieges zu einem des Friedens entwickelt hat. „Europa ist für mich das größte Friedensprojekt des Abendlandes.“ Und er fordert die jungen Menschen dazu auf, selbst etwas dafür zu tun, dass dies auch so bleibt.

„Schon Immanuel Kant hat gesagt, dass Frieden nicht der Normalzustand ist“, sagt Wilmer. „Frieden ist immer das Ergebnis von Mut und Courage.“ Dazu gehöre es auch, am 26. Mai wählen zu gehen. „Vor allem, um wachsender Radikalität und noch mehr Verunglimpfungen vorzubeugen.“

Das erhofft sich auch Gabriel. Er skizziert den steilen Aufstieg Europas nach den beiden Weltkriegen. „In weniger als einer Generation haben wir es geschafft, von erbitterterer Feindschaft zu Freundschaft zu gelangen, von Auschwitz zu den Verträgen von Maastricht.“ Aber inzwischen verändere sich die Welt dramatisch. Amerika ziehe sich zurück, China dränge nach vorn, Afrika werde seine Bevölkerungszahl im nächsten Jahrzehnt verdoppeln. „Und wir stellen jetzt fest, dass alles nicht mehr so einfach ist wie früher.“

                                                                 
 
 

„Wenn Ihnen jemand mit einfachen
Antworten kommt –
der beschwindelt Sie.“



Sigmar Gabriel, ehemaliger Vizekanzler
                               Heiner und Sigmar ohne Heiner
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