Es scheint, dass die Ausführung von JavaScript in Ihrem Browser deaktiviert ist oder verhindert wird (z.B. durch NoScript).
Bitte aktivieren Sie JavaScript um alle Funktionen der Website nutzen zu können!
slider00.jpg slider01.jpg slider02.jpg slider03.jpg slider05.jpg slider06.JPG slider07.jpg slider09.jpg slider11.jpg slider14 jo-lauf 2.jpg slider14.jpg slider16.jpg slider17.jpg slider18.jpg slider19.jpg slider20.jpg slider21.jpg slider22.jpg

Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Montag, 18. März 2013 13:12

HAZ vom 23.10.2009: Das ist der Christoph – der weiß auch nicht alles

Der Mann aus der „Sendung mit der Maus“ erklärt Kindern im Josephinum einige Geheimnisse der Naturwissenschaften
maus christoph 3 maus christoph 4
Das ist der Christoph. Das erkennt man am Schnauzbart und am grünen Pullover. Gerade zeigt er den Kindern, wie man ein Ei in einem Glas Wasser aufsteigen lässt: Ganz viel Salz einrühren. Und das sind einige der Kinder, die bei Christophs Naturwissenschaftsshow in der Pausenhalle des Josephinums sichtlich viel Spaß und Spannung hatten. Die Zahl der Anmeldungen von Schulen aus Stadt und Landkreis war so groß, dass die Gastgeber trotz dreier Durchläufe schließlich abwinken mussten.
Fotos: Hartmann

Hildesheim (ha). Eigentlich heißt der Mann Herr Biemann. Doch das sagen höchstens Erwachsene oder Leute, deren Fernsehen seit mindestens 30 Jahren kaputt ist. Für alle anderen ist er der Christoph, der Mann aus der
Maus. Und als der begeisterte der 57-Jährige im Josephinum nun mehr als 600 Kinder, die lachend und mit staunenden Augen seine Naturwissenschaftsshow sahen.


Schon als Kind war Arndt Latußeck Forscher, hat als Hobbyastronom bei „Jugend forscht" mitgemacht und sogar Preise gewonnen. Heute ist er Lehrer für Mathe, Physik, Informatik und natürlich Astronomie. Und außerdem ist er wie Millionen anderer Menschen zwischen drei und 103 Jahre ein leidenschaftlicher „Sendung-mit-der-Maus"-Gucker. Wenn Christoph erzählt, wie was funktioniert oder gemacht wird, kann sogar ein so gescheiter Mensch wie der Arndt immer noch was lernen.

Um auch bei seinen Schülern die Leidenschaft für Naturwissenschaft zu entfachen, kam Latußeck auf die Idee, Christoph auf eine Schulstunde der anderen Art einzuladen. Der hat als Autor, Regisseur, Mitproduzent und nicht zuletzt Darsteller der Maus-Sendung zwar immer viel um die Ohren, doch nach Hildesheim kommt er gern.

Geboren wurde der Lach- und Sachgeschichtenmacher zwar in Ludwigslust, an der Innerste aber ist er aufgewachsen, am Andreanum hat er Abitur gemacht und noch immer kennen ihn viele in der Stadt „von früher" als eben den Christoph.

Für echte Maus-Atmosphäre braucht er nicht viel. Auch ohne trennende Mattscheibe wirkt der Mann mit dem etwas altmodischen Schnauzer wie der große Bruder, ein bisschen tollpatschig, angenehm kumpelig und immer authentisch. Gerade so, als würde man ihn schon ganz lang kennen. Auch die Kinder haben keine Scheu. Er ist ihr Star, er ist aber auch ihr Christoph. Aus einem angebeulten Alukoffer zaubert er ein paar Luftballons, Papierschnipsel, ein Glas, eine Schere, ein paar Eier ... Von der Schule kommt noch eine große Kanne heißes Wasser. Und schon kann der Ausflug in die Welt der Wissenschaft beginnen. Oder sind es vielleicht doch Wunder, wenn das Ei wie von Geisterhand gelenkt durch einen engen Flaschenhals flutscht, wenn es ebenso plötzlich wieder herausspringt? Wenn aus einem umgedrehten Glas voll Wasser kein Tropfen herausläuft, sobald ein Blatt Papier darauf liegt, oder Knete, die im Wasser eigentlich untergeht, sonderbarerweise auf der Oberfläche schwimmt?

Nein, das alles ist keine Hexerei, jedes Experiment lässt sich mit den Gesetzen der Naturwissenschaft erklären. Die stellen zwar auch die Lehrer vor, doch so lustig wie das der Christoph in seinem obligatorischen grünen Sweat-Shirt macht, gelinge das im Unterricht nicht jeden Tag, räumt Latußeck ein. „Uns sehen die ja schließlich immer, da bleibt dann nicht so viel in Erinnerung". Neidisch ist Latußeck auf den lustigsten Lehrmeister der Nation dennoch nicht. „Auch wir Lehrer können von ihm und seinen Methoden noch lernen."

Die Kinder jedenfalls konnten gar nicht genug kriegen von den verblüffenden Tricks. Erst mit einem ungläubigen, fragenden „Hääh", dann mit einem befreiten Lachen hingen sie an den Lippen ihres Idols. Und man darf sich ziemlich sicher sein, dass einige das Gezeigte zu Hause nachmachen werden. „Aber bitte nicht im Wohnzimmer und in der Küche, sondern lieber draußen", rät Christoph den kleinen Forschern, von deren Neugier und Kreativität er immer wieder fasziniert ist.

Einige seiner Versuche hat er als Buch herausgebracht. Doch Woche für Woche bekommt die „Sendung mit der Maus" mindestens 200 neue Briefe, 1000 E-Mails, sogar Pakete. Und immer wieder andere harte Nüsse zum Knacken. Biemanns Lieblingsfrage kam ebenfalls von einem Kind: Warum ist in allen Würstchen ein Knick? Weil sie zum Räuchern auf ein Gestell gehängt werden, ergaben die Recherchen des WDR. Dass sich in den Pausen sogar ein paar Oberstufenschüler ins Publikum mischten, spricht ebenfalls für die generationsübergreifende Popularität des Bundesverdienstkreuz-Trägers.

Eigentlich hätten die Menschen schon vor zehntausend Jahren aufhören können zu forschen, erzählt der den Kindern. Denn damals hätten die Menschen bereits Kleidung, Ackerbau und Viehzucht erfunden gehabt. Doch sie machten weiter, stellten sich immer neuen Herausforderungen. Die vielleicht wichtigste Botschaft gibt es zum Schluss: „Es gibt noch immer viel zu erforschen. Kümmert Euch darum!" Dafür gebe es ein Gebiet zwischen den Ohren. Wer zum Beispiel herausfinde, warum sich beim Wünschelrutengehen die beiden Metallstäbe in Christophs Händen drehen, dem versprach er den Nobelpreis. Ehrenwort.